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Sommerlative: Spargel-Aprikosen-Quiche mit Rosmarin

Oh boy, ich komme mit den besten Rezepte immer dann um die Ecke, wenn die Zutaten Saisonende haben. Vermutlich bekomm ich Torschlusspanik und in Folge dessen einen Anfall an gustratorisch-ausgetüftelter Kreativität, die einfach die besten Ade-Rezepte hervorbringt. Aber noch ist es nicht zu spät und gewissermaßen musste Zutat S ein wenig auf Zutat A warten. Zusammen mit R sind die zwei ein unschlagbares Paar, ich sag’s euch. Keine Sorge, Buchstabensuppe wird es dem Gaumen zum Glück nicht. Aber eine sommerlich leichte Quiche aus dem allerletzten Spargel, süßen Aprikosenachteln und dem erfrischenden Geschmack von Rosmarin. Die ist perfekt für gelassene Dinner in Sommerabendwärme auf dem hauptstädtischem Balkon oder als Mitbrinsel zum Parkpicknick. Und falls doch ein Stück übrig bleibt: Es gibt keinen besseren Pausensnack zum Mit-auf-die-Arbeit-Nehmen als diese Quiche. So here it comes – das lang angeteaserte Rezept:

 

ZUTATEN für eine 26er Tarteform
• 125 g kalte Butter
• 250 g Mehl
• 5 mittelgroße Eier
• 1 Becher Schmand
• 100g Parmesan
• 400 g weißer Spargel
• 2 reife Aprikosen
• 2-3 Stängel frischen Rosmarin
• Salz und Pfeffer

 

ZUBEREITUNG
1. Ganz klassisch: Die kalte Butter zusammen mit dem Mehl, einem Ei und einer ordentlichen Prise Salz verkneten. Ich nehm am liebsten die Fingerspitzen dafür. Wie bei Scones oder Tarte Tartine knete ich schnell und so wenig wie möglich alles gerade so zu einem Teig. Das macht den Teig am Ende umso lockerer, fast ein bisschen blättrig. Welche Knettechnik auch immer, am Ende alles kaltstellen. Oder du greifst wie ich auf die Turbovariante zurück: Einfach 30 min ins Gefrierfach legen.
2. Während der Teig schon mal abkühlt (ich würde ja immer so gern mit dem Teig tauschen wollen), den Ofen auf 200°C vorheizen. Dann den Spargel schälen,  in kochendem, leicht gesalzenen Wasser vorgaren und anschließend kurz abtropfen lassen. Wärenddessen die Aprikosen waschen, entsteinen und achteln. Auch den Rosmarin waschen und kurz an mit einem großen Messer anpacken oder mit einem Mörserstösel bearbeiten, damit die ätherischen Öle freigesetzt werden. Die restlichen Eier, den Schmand, eine große Prise Salz, Pfeffer und den Rosmarin miteinander verquirlen. Den geriebenen Parmesan – bis auf zwei drei Löffel – unterheben. Und auch
3. Nun die Arbeitsfläche bemehlen und darauf den Teig ausrollen. Die Tarteform leicht buttern,  mit etwas Polenta bestreuen und den Teig darin auslegen. Wie immer: Die Ränder hochziehen. 
4. Den Spargel und die Aprikosen in der Form verteilen und mit der Eier-Schmand-Masse begießen. Am Ende noch einmal kurz drüberpfeffer und Salzen. Und ab in den Ofen für etwa 40-45 min backen, bis die Quiche leicht golden und nicht mehr wabbelt, wenn man die Tortenform anstupst. Vor dem Servieren und Genießen noch mit etwas Parmesan toppen. Voilà! Et bon appétit!

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Schrecklich leckeres Farewell: Feldsalat mit karamelisierter Birne

Die letzten Lagerbirnen verschwinden aus unserem Bio-Markt. Ein Abschied mit lachendem wie weinendem Auge. Birnen-Adé tut weh, heißt aber so langsam Sommer Juché! Bis das Wetter das endlich auch mal einsehen möchte, gibt es noch einmal diesen Feldsalat mit karamellisierter Birne. Das perfekte easy peasy Rezept, wenn die doch zu lange rum lagen. Nach einer Runde in der Pfanne mit Rohrzucker-Regen entlocken sie in Kombination mit Feldsalat und intensiven Feta ein Mmh nach dem nächsten. Mmmh. Mmmmmh. So gut, dass man sich fast wieder auf Spätsommer  und die nächste heimische Birnenernte freuen kann.

 

ZUTATEN
1 Birne
50 g Feldsalat
Brat-Olivenöl
1 Prise Rohrzucker
30 g echter Feta
1 EL Zitronensaft
Crema di Balsamico
Salz
Pfeffer

 

SO GEHT’S
1. Die Birnen waschen, vierteln und entkernen. Dann in hauchdünne Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit etwas Brat-Olivenöl (bitte unbedingt darauf achten, dass es hocherhitzbar ist!) schwenken. Das ganze mit einer guten Prise Rohrzucker versüßen und weiter andünsten bis die Birnenscheiben leicht golden und butterweich geworden sind. Währendessen den Feldsalat waschen und trocknen.
2. Salat anrichten, mit den Birnenscheiben bestücken und den Feta darüber zerkrümeln. Mit etwas Salz und Pfeffer würzen, den Zitronensaft darüber geben und zu guter Letzt mit etwas Creme di Balsamico eine Sekunde lang Jackson Pollock spielen.

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Croissant mal ganz anders

Kochbücher benutzen wir vermutlich anders als es ihre Autoren sich gedacht haben. Statt stupide nachzukochen oder zu backen, was uns an Bildern und Worten das Wasser im Munde zusammen laufen lässt, lassen wir uns von Rezepten lediglich inspirieren. Die Zutatenliste wird wie wild ergänz und umgeschrieben, manchmal sogar bis das ursprüngliche Gericht kaum noch zu erahnen ist. Oder wie im Fall von Fannys Patisserie (Fanny Zanotti bloggt übrigens auch),  als aus einem zuckersüßen Croissant pain perdu zum Frühstück  bei uns ein herzhafter Starter für einen sommerlich leichtes Abendessen wurde:

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Zutaten
2 Croissants
2 Eier
2  Zweige frischer Rosmarin
Salz & Pfeffer
50ml Vollmilch 3,8%
Butter
Parmigiano-Reggiano

Zubereitung
Eier und Milch zusammen mit Salz, Pfeffer und dem Rosmarin verquirlen.
Die Croissants halbieren und in einem flachen Gefäß in der Eiermischung
für etwa 1 min von jeder Seite einweichen lassen.
Butter in einer Pfanne zerlassen und die Croissants darin
beidseitig backen bis sie mit ihrem Gold locken.
Angerichtet mit Parmesan verfeinern
und jauchzend genießen.

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Die Croissants von einer kleinen, aber höchstfeinen Boulangerie in der Lettestraße 2 am Helmholzplatz, Berlin, liebe ich wie verrückt. Seit unserem Pain Perdu-Experiment kaufe ich dor immer auf  Vorrat ein. Die französische Variante des armen Ritters war zu sehr geglückt! Hach, wenn ich jetzt schon allein an den herzhaften und doch leicht süßen Geschmack zurück denke, huschen mir unbemerkt Mmmhms über die Lippen. Diese kleine Leckerei könnte es jeden Abend geben! Denn im Nu sind die Croissants geschnitten, Eier verschlagen und ein Deluxeessen mit kleinem Aufwand, aber großer Gaumenfreude auf dem Tisch gelandet.

In dem Sinne: Essen ist fertig!

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Grapefruit-Buttermilch

Manchmal kommt einfach eines zum anderen. Bei mir waren es letztlich ein Becher feinster sizilianischer Pistazien, ein kulinarischer Pinterestfund und ein Samstagnachmittag ohne die leiseste Ahnung, was man machen kann. Eine Stunde später stand dann ein Traum an Pistazientorte auf dem Tisch und war so schnell aufgegessen, dass die Kamera gar nicht Klick machen konnte. Übrig blieben nur drei Krümel und mit einem mehr als halbvollen Becher Buttermilch die verzweifelnde Frage, was sich daraus zaubern lässt. Ein Blick in Kühl- und Vorratsschrank hat als Inspiration genügt genügt und den Startschuss für den nächsten Schmaus gesetzt.

Ich lasse mich gern von dem Inspireren, was über den Weg läuft und untersuche in Gedanken, was zusammen schmecken und sich so noch reizvoller sein könnte. Vielleicht ist das die Essenz von Kreativität unter der Kochmütze?! Eine vorhandene Zutat, Vorstellungskraft und zu guter letzt Experimentierfreude. Unter dieser Formel hat sich jedenfalls eine überraschend gute Grapefruit-Butermilch zusammengemixt. Und was für ein Glück – sie hat auch vor die Kamera geschafft!

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Zutaten
350 ml Buttermilch
1/2 Grapefruit
1 EL Honig
Kardamon

Zubereitung
Die Grapefruit gut schälen.
Zusammen mit der Buttermilch, dem Honig und 1 Messerspitze
Kardamom in den Mixer geben.
xztffxxxzz, fertig und yumm yumm.

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Kardamom hat diese Butermilch so edel gemacht, dass es ein Glas ihresgleichen brauchte. Kristallglas war die Antwort aus dem Küchenschrank. Das im Bild ist zwar nur ein minderwertiges Pressglas, hat mit seinem Karomuster aber mächtig Eindruck bei mir geschindet und eine bisher nie dagewesene Zuneigung zu Glasschliffen geweckt. Meine Recherchelust hat sich durchgesetzt und eine Wunschliste hervorgebracht, die beweist, dass Glasschliffe auch zeitgemäß aussehen können:

Palatin von Theresienthal
Hommage Carat von Zwiesel
Käfig aus der Kollektion Planet Earth von Theresienthal
Alphabet von Formafantasma für J.&L.Lobmeyr

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Was meint ihr? Wird Kristallglas immer Granny-Style bleiben? Oder könnt ihr Gläsern mit dem gewissen Schliff auch etwas abgewinnen?

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Nicht nur für Zitronentage

Zitronenguss ist Genuss 
Meine Leidenschaft für Saures hält an. Es macht einfach so lustig lebensfroh. Diesmal erfrischt mich (neben dem Limettensorbet und Zitrone-Zimt-Eis beim Hokey Pokey) Fresh Ginger and Lemon Muffins von Cynthia Barcomi. Das beste an dem Rezept ist nicht der Muffin, sondern der Zitronenguss, der sich über ihm ergießt. Der ist so simpel und gerade deswegen so umwerfend gut. 

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Die Zwei
1 Bio-Zitrone
1 TL Bio-Rohrohrzucker

Zubereitung
Die Zitrone auspressen und den Saft
zusammen mit 1 TL Rohrzucker zum Kochen bringen.
Leicht abkühlen lassen und währenddessen
Zuckerstreuer-Löcher in die Muffins stecken.
Nun die Muffins mit dem süß-sauren Guss
ertränken.
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Muffins backe ich übrigens immer im Weck-Glas, die den hohen Backtemperaturen ohne weiteres standhalten. Zudem gibt es Dank des Backpapiers  kein Überlaufen und kein weniges Schrubben mehr. Einfach und gut, genauso wie die zum Guss passenden philukoZitronen zum Anlehnen und Sattsehen

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Mit einem Muffin im Gepäck verabschiede ich mich nach Bad Honnef und damit ins verfrühte Wochenende. Habt es gut, habt es sonnig und immer ein süß-saures Lachen im Gesicht!

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Oven Baked Grapefruit

Durch dieses Bild und diesen Post hab ich ein überhöhtes Bedürfnis (wahrscheinlich kulinarische Saisonschluss-Panik) nach Zitronen, Orangen und noch viel mehr auf Grapefruits. Oder wie ich noch viel lieber höre, weil in dem Wort ein Zaunfahl Heimat winkt: auf Pampelmusen. Aufgeschnitten enthüllt sie eine Kuchen-Hunger-auslösende Struktur und ihr Speichelproduktion-erhöhend, schönes, leuchtend pink-rotes Fruchtfleisch. Angetan davon und dem Anblick der besagten Fotos, bekam ich Lust Pampelmuse im Ofen zu backen. Nach eins zwei Versuchen nun das Erfolgsrezept:

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Zutaten
1 reife Grapefruit
2 TL klaren Honig aus der Region
1 TL Cylon-Zimt (der bessere)

Zubereitung
Die Grapefruit halbieren.
Auf jede Hälfte jeweils einen Teelöffel klaren Honig
träufeln und mit einen haben Teelöffel Cylon-Zimt bestreuen.
Das Ganze in eine ofengeeignete Form geben,
damit die Grapefruit aufrecht gehalten wird
und der Honig lieber auf und nicht nur
neben der Grapefruit leicht karamelisiert.
Für etwa 10 min bei ca. 200°C backen.
Gleich danach auslöffeln!

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Gerade bei so warmen Sonntagswetter wie heute ist dieses simple Rezept eine erfrischende und doch warme Mittags- oder Abendbrot-Variante. Sehr lecker dazu war eine dicke Scheibe klassisches Krustenbrot mit dick Butter und würzigem Schlosskäse.
Und: Seit der eine einen kugeligen Minigrill für uns Zwei aufgebaut und draußen auf den Balkon gestellt hat, will ich die Pampelmuse unbedingt auch mal über glühenden Kohlen ausprobieren. Ein rauchiger Geschmack würde das Süß-Saure sicherlich noch weiter perfektionieren. Can’t wait to give it a try!

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And a handful of basil

Dass Grüne Smoothies perfekt für eine ausgewogene, gesunde Ernährung sind, ist ja längst verbreitet. Gut für Immunsystem, Blutdruck und Wohlbefinden – dieses Power-Health-Paket hat einen Boom um die trinkbaren Gemüsebreie ausgelöst. Ich mache mir nie viel aus Trends (im Gegenteil, es weckt in mir rebellisches Anders-Sein-Wollen) und halte es im Fall der grünen Flüssigkeiten wie Professor Bernhard Watzl, Ernährungs- und Lebensmittelforscher, der in diesem FAZ-Artiekel sagte: „Wer seine fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag isst, braucht eigentlich keine gesunden Smoothies.“. Nichts desto trotz: Ich liebe die Kombination aus Früchten und Kräutern. Minze ist (dicht gefolgt von Peanutbutter und Rosmarin) ein Allheilmittel in meiner Küche und kann nach meinem Geschmack einfach überall dran sein. Doch seit es das Apfel-Basilikum-Eis im Hokey Pokey gibt, ist es um mich geschehen – Basilikum ist meine neue Minze. 

Deshalb gibt es meist als zweites Frühstück ein großes Glas Mango-Basilikum-Lassi. ½ reife Mango, 150 g Joghurt (gerne auch Sojajoghurt), 50 ml Milch (auch hier Soja-, Hafer- oder Mandelmilch für die vegane Variante) und schließlich eine Hand voll frischer Basilikum landen am liebsten täglich in meinem Blender. So erfrischen! So gut gepaart für den Gaumen!

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Because of its healthy bitter constituents green smoothies are booming and became another way of  a modern balanced diet. Actually I try to escape from hypes. But  I always enjoyed combining fruits and mint. And since I work at the renown  ice cream store Hokey Pokey where we sell apple-basil ice cream I replaced mint with basil. Basil! Basil! Mango-Basil Lassi every day! Therefore I just blend ½ mango, 200 g of yoghurt, 100 ml of milk and a handful of fresh basil. Awesome combination, trust me!

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Last Chance: Bis morgen könnt ihr hier noch einen Kommentar hinterlassen, um eines der Textilien zu gewinnen! Leave here a comment till tomorrow to win one of three textiles that I have woven in the TextielMuseum, NL.

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Der Ofen ist noch warm

Jetzt, wo ich mich in der Zeit zwischen überstandenen Deadlines und dem finalen Projektstart befinde, hat jeder Tag sein eigenes Tempo. Meist mehr schleichend und schneckend. Ganz langsam starte ich in den Tag. Wer auch ab und an hier liest, hat schon mitbekommen, dass ich die Morgenstunden ausgedehnt zelebriere. Ein großes Glas Wasser nach dem Aufstehen. Einen Kaffee nach der Dusche. Anschließend werden Mehl und Co. zusammen gemischt, ausgiebig geschlemmt und eine doppelte Runde gestrickt. So kann der Tag starten. Ab Zwölf. Frühstens.

Morgen für Morgen backe ich backe mich nun durch Cynthia Barcomis Backen – I love backing. Nachdem meine Sandkastenfreundin durch die Rezepte geblättert hat und ich ihr alle aufzählen sollte, die ich bereits ausprobiert, fiel die Backquote ärmlich aus. Ich hatte zwar schon oft à la Cynthia gebacken. Aber immer nur die selben vier Rezepte. Das scheint das traurige Schicksal viel zu vieler Back- und Kochbücher zu sein. Ich bin nun angespornt es Julia & Julia nach zu machen und mich durch ein Backbuch zu arbeiten.

Die Oatmeal Cookies wurden von den Strickladies gelobt. Ich selber bin jedoch bei den Blueberry Scones fast vor Geschmacksglück ausgeflippt. Noch nie sind mir die Scones so gut gelungen! So luftig. So locker. Jeder Bissen hat mich an das Sconefrühstück in Dublin denken lassen. Im Avoca, dem netten Café, wo jeder Tapetenstreifen ein anderes Muster hatte und die Teigrollen an den Wänden hingen. Wo unser Tisch ohne Reservierung irgendwie trotzdem für mich und den einen bestimmt war. 

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Oh Joy! Oh Merry!

Cookie Time!

Wir haben heute früh endlich den Weihnachtsbaum bei meinen Eltern geschmückt. Was der fehlende Schnee nicht ausgelöst hat, muss nun Ella Fritzgerald schaffen. Sie singt uns in Weihnachtstimmung, wenn mal der alte Plattenspieler mit Tschaikowskis Nussknacker still steht. Oh Joy! 

Bevor es an die Festtafel geht, naschen wir uns mit den Keksen meiner Ma weiter in Stimmung. Die hatte ich euch ja beim This week Post versprochen. Nun, hier kommen die altbewährten Rezepte, wovon einige bereits meine Oma gemacht hatte.

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Böhmisches Mandelgebäck:

195 g Mandeln
390 g Butter
300 g Zucker
550 g Mehl
2 TL Zimt
4 TL Kakao

Die Butter schaumig rühren; nach und nach den Zucker dazu. Anschließend Mehl, Mandeln und Gewürze unterheben und den entstandenen Teig zu einer Rolle formen. Nach einer Nacht im Kühlschrank die Rolle in Scheiben schneiden. Alle Scheiblein auf einem Blech gut geordnet bei 200°C etwa 10-15 min in den vorgeheizten Ofen geben.

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Mamortaler:

375 g Mehl
250 g Butter
125 g Staubzucker
2 Pk. Vanillin
4 TL Kakao

Auch hier zuerst die Butter schaumig rühren und dabei den Staubzucker zugeben. Dann Mehl und Vanillin untermischen. Der Teig wird anschließend geteilt und bei einer Hälfte nachträglich der Kakao zugegeben. Beide Teige ausrollen,  übereinanderlegen und nun zusammenrollen. Die schwarz-weiße Teigrolle über Nacht im Kühlschrank schlummern lassen. Am nächsten Morgen sacht wecken und in Scheiben schneiden. Die Mamorscheiben im Ofen bei 175°C backen bis sie sanft goldig sind. Also wie echte Taler aussehen. 

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S-Kuchen:

500 g Mehl
250 g Butter
250 g Zucker
2 Eier
1 Messerspitze Hirschhornsalz

Alle Zutaten miteinander kräftig verkneten. Dann durch den Plätzchenaufsatz am Fleischwolf drücken und dabei S’s, O’s und I’s formen (oder gar ein ganzes Alphabet!). Ebenfalls bei 200°C für etwa 10 min backen. Aha!

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Nikolausplätzchen:

200 g Butter
125 g Zucker
2 Eigelb
1 EL Milch
1 Pk. Vanillezucker
250 g Mehl
80-100 g gehackte Mandeln
50-100 g Rosinen oder – wie ich es lieber mag – Cranberries
50-100 g Zitronat/Orangenat

Butter, Zucker und Eigelb zusammen schaumig schlagen. Danach gut mit allen restlichen Zutaten zu einem bunten Allerlei vermengen. Teelöffelweise das bunte Allerlei auf ein Backblech klecksen lassen. Gut verteilt und mit ein bisschen extra Platz dazwischen. Nach etwa 10-15 min bei herrlich warmen 175°C aus dem Backofen holen und nach kurzem Abkühlen bereits vernaschen. 

Mom'sCookies_12a

Alle Varianten sind easy-peasy gemacht. Und lohnen sich noch selbst nach den Feiertagen zu backen. In dem Sinne: Kommt gut durchs Festtagsgelage und habt eine herrlich besinnliche Zeit, umhüllt von euren Lieben! Oh merry, merry Christmas!

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Süßer Übergang

Ausgebreitet

Mir geht es ganz wie MiMa: Die ganzen Vorboten der Adventszeit habe ich bisher ausgeblendet. Und das obwohl hier in den Niederlanden seit Wochen heiß über „Sinterklaas“ und seine „zwarte Pieten“ diskutiert und eine Pepernote nach der anderen von den locals vernascht wird. Erst in Brügge (Dort und in Gent war ich letztes Wochenende – wieder mal ausgeflogen) gingen mir die Adventslichter auf, als ich ganz unerwartet mitten auf dem Weihnachtsmarkt stand. Doch ich habe etwas entdeckt, das hilft vom Herbstklopfen zur Adventsfreude zu wechseln. Ganz sachte und süß.

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Für die Roasted Pumpkin Seeds  braucht man auch gar nicht viel. Vielleicht nur mehr Geduld als Zutaten:

eine gute Schüssel voll herbstlicher Kürbiskerne
½ Cup brauner Zucker
1 EL adventlicher Zimt
50g Butter

Die Kürbiskerne gut von allem Kürbisfleisch befreien. Mühsam, ich weiß. Doch es lohnt sich. Einen kleinen Trick gibt es auch: Wenn man sie in Wasser legt, trennt sich noch der Rest Rotorange vom Kern ab.
Nach dem Bad die Kerne auf Papier ausbreiten und trocknen lassen. Das kann gut und Kerne auch mal eins zwei Tage dauern. Und wenn es so weit ist: Butter im Topf schmelzen und Zimt und Zucker untermischen. Die Kürbiskerne dazugeben und alle gut mit der süß braunen Buttermixtur vermischen. Im vorgeheizten Ofen bei 160°C zwischen 30 min und 40 min rösten. Zwischendurch immer umrühren! Und naschen!

Heraugepurzelt

Pumpkin Seeds

Pumpkin Seeds

Das Rezept von den Roasted Pumpkin Seeds hat mir meine Kollegin aus dem TextielLab weitergegeben. Die ist gerade in San Fran und feiert Thanksgiving. Kein besserer Anlass um Danke zu sagen: Thank you for sharing the recipe!

PS: Das kleine Brettchen und die betupftem Geschirrtücher sind von Dille & Kamille Utrecht, der Emaillebecher von Falcon aus dem Hutspot in Amsterdam.

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Da liegt etwas in der Luft: Kanelsnegle

Kanelsnegle

Ich backe gerade für meine Geburtstagskuchenschlacht morgen. Die letzten Kanelsnegle nach dänischem Rezept (abgewandelt mit einer zusätzlichen Puddingfüllung wie ich es von meinem Liebslingsbäcker in Kopenhagen kannte) hab ich eben aus dem Ofen geholt. Ein dicker Zimtduft breitet sich nun aus wie ich ihn jeden Morgen am Nørreport schnuppern konnte.
Mit dem Blech der dänischen Kringel kam ein Schwung Erinnerungen hoch. Hat sich überall in mir breit gemacht. So ein Schlingel, dieser Kringel. Jetzt möchte ich am liebten ganz schnell große rot-weiße Fähnchen, die wir morgen in die Wiese stecken können. Um gut zu markieren, dass hier groß ein Fødseldagen gefeiert wird. So wie es die Kopenhagener immer im Frederigsberg Park gemacht haben. Blöd, dass in Berlin nur so schwer dänische Fähnchen zu bekommen sind. Ob i Mim mir noch bis morgen einen Geburtstagsfahnenwunsch vernähen könnte?

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Kein Little House Birthday ohne Tea Cake

Geburtstagsrunde

Gedeckt

Einmal im Jahr ein großes Hurra! Früher war es immer ein Geburtstagstraum: Die Treppen im Pyjama runter zu schlürfen, zum Geburtstagstisch und einen warmen Drücker von Mom zu bekommen. Das war jedes Mal der Auftakt für einen rundum perfekten Tag. Zumindest sollte er immer so werden. Heute bin ich umso entspannter. Ohne große Ansprüche und Erwartungen. Alles ist Geschenk an diesem Tag. Nichts muss, alles darf.

Das beste Geschenk in diesem Jahr kam aus Kopenhagen und eigentlich von noch weiter her: Meine australische Freundin, die ich in der dänischen Herzstadt kennen gelernt und mit der ich die Freundschaftsfäden fest verknüpft habe, ist für meinen Geburtstag extra zu Besuch gekommen. In dänischer Manier sind wir mit dem Rad zum Kaffiknopf-Haus geradelt und hatten eine kleine, aber rundum perfekte Little House Birthday-Party. Mit dem berühmten Tea Cake meiner Freundin und tiefblauen Blueberry-Muffins von Mim. Die Kinder spielten um uns herum. Nadeln klapperten und den ganzen Tag wurde Englisch gesprochen. Selbst die Geschichte aus der kleinen Farm wurde den Kindern mal nicht auf Deutsch übersetzt. Wir haben Beech Mont in Google erkundet, ohne Unterbrechung den Gaumen verwöhnt und sind am Ende wieder vergnügt mit dem Radl nach Hause gefahren, als  die Sonne schon längst in Richtung Heimat meiner australischen Freundin gewandert war.

Rerührt

We say: Yummi!

Gelesen

Für den Little House Birthday – Tea Cake hatten wir verwendet:
1 Cup Datteln, halbiert
1 Cup Walnüsse
¾ Cups aufgebrühten Earl Grey
2 Äpfel, gerieben
1¼ Cup Mehl
1½ Pk. Backpulver
¾ Cup brauner Zucker
150 g geschmolzene Butter
2 EL Zimtsirup
4 Eier

1  Den Ofen auf 160°C vorheizen. Die Datteln halbieren und in eine kleinen Schüssel zusammen mit 1 TL Backpulver geben. Den Tee aufbrühen und über die Datteln geben.
2  Mehl, Backpulver, Zucker und die Walnüsse in eine größere Schüssel geben. Die zwei Äpfel dazureiben. Den Sirup und die geschmolzene Butter unterrühren, danach noch die Dattel-Tee-Mixtur. Die Eier verschlagen und ebenfalls untergeben. Am Ende muss das Ganze einen relativ flüssigen Teig ergeben.
3  Den in einer Backform für 45-55 min backen und auf einem Kuchengitter etwa 10 min lang abkühlen lassen. Then say: JUMMY!

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Gemocht und gekocht auf Kanadisch

Trapp tarapp

Ich zehre immer noch vom Sommerglück des Wochenendes. Im Gepäck hatten wir nicht viel. Nur ganz viel Zeit. Und Gelassenheit – das wohl größte Mitbringsel aus Dänemark. Wie lange die noch anhält? Ob ich sie fest umklammern kann? Jedenfalls war sie die beste Grundlage für 6 Stunden Kanadaimpressionen. Die haben mächtig beeindruckt. Mit den mächtig hohen Skycrapers der Städte. Den mächtig breiten Flüssen. Den noch mächtigeren Rockies im abenteuerlich schönen Westen. 

Wir haben uns von Kanada anstecken lassen und die elterlichen Weltenbummler zum silbernen Fest mit einem canadian dinner beschenkt. Der eine als Kellner. Hat fein herausgeputzt alles aufgetischt, was meine Hände zubereitet:

>> Feldsalat mit Cranberry-Vinegrette an Trapperbrot
>> Lachsfilet/Bohnenbratlinge mit Reis und Wasabisauce an gebratenen Zuckerschoten
>> Blueberry-Ahornsirup-Törtchen

Törtchen

Alle Rezepte mit meinen Abwandlungen gibts hier in gebundener Form.

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Cosy New Home und Pasta auf Kokos-Humus-Soße

Fensterfreuden

Ganze zwei Wochen ist es nun her, dass mein Koffer zu klein war, um all meinen Kram von Søborg nach Frederiksberg zu hiefen. Der ist mittlerweile schon längst ausgepackt und hat seine neue Ecken gefunden. Der Umzugsstress hat sich gelohnt. Ich fühle mich einfach zu wohl in meinem neuen Kopenhagen-Zuhause. Sitze am liebsten auf dem schwedischen Teppich, mit einer großen Decke und schaue aus dem alten, herrlich großen Fenster heraus. Wenn es offen ist, kann ich die vielen Vögel hören, die versuchen das Fußballgegröle um die Ecke zu übertönen. Jeden Morgen die Flügeltüren aufzureißen und der Stadt mein Guten Morgen entgegen zu lächeln, werde ich sicherlich vermissen. Eines aber nicht: Dass meine kleine Küchenecke mich zwingt, meine Kochgewohnheiten umzustellen. 

Ich habe nur noch Kochplatten, keinen Ofen mehr. Und genau der war mein bester Küchenfreund. Wie häufig ich ihn genutzt habe, ist mir leider erst klar geworden, seitdem ich eben keinen mehr hab. Damit muss jetzt ganz viel Kochinspiration her. Ich kann nämlich gar nicht so viel in Pfanne und Topf zaubern.
Mein erstes Experiment – Pasta mit gebratenen Karottensticks auf Kokos-Humus-Soße – war ein guter Anfang. Und Vegan noch dazu.

Pasta mit gegrillten Karotten_02

Für mich alleine landete in den Töpfen und der Pfanne:
* die übliche Portion Pasta
* 2 Möhren
* eine halbe rote Zwiebel
* Pinienkerne
* ca. 100ml Kokosmilch
* 3 EL Kichererbsen. hihi

Das ging schnell. War simpel. Dennoch brauche ich ein paar heiße Tipps von euch! Was macht ihr alles in Topf und Pfanne,  ohne Ofen und ohne Pürierstab oder Mixer?

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Erinnerungsfrühstück: Pancakes nach Mom

Eierkuchen_02
Das letzte Frühstück in meinem alten Zimmer. Morgen ziehe ich um. Das wird zelebriert: Mit einem ausgiebigen Frühstück! Mit Pfannkuchen!

Ich nehme immer:
*250g Mehl
*0-50g brauner Zucker –  je nachdem was mein Zuckerspiegel gerade verlangt
*300ml Milch
*2 Eier
*eine prise Backpulver und Salz

Das Rezept ist so einfach, dass es bei uns oft ein Willkommen-Wochenende-Festessen wurde. Immer Freitags nach der Schule. Erinnerungen werden wach, wie Mom eine Kelle voll Teig in die Pfanne gibt. Kreise schwingend, damit er schön gleichmäßig wurde. Und auch die Pfanne wurde immer noch einmal geschwenkt. Ein Bild, das sich ganz tief eingeprägt hat. Erinnerungen an eine unbeschwerte Zeit, die mich jetzt jauchzen und frohlocken lassen.

AufgetürmtEierkuchen_03Eierkuchen

Doch ich denke auch zurück an den Besuch von dem einen und das gemeinsame Pfannkuchenfrühstück mit ihm. Die blöden Umstände hatten ein Frühstück-auf-die-Hand daraus gemacht. Das wird in meiner neuen Bleibe nicht noch einmal passieren. Dort sind Übernachtungsgäste, spätes Kochen und Waschen, wann immer ich es will, kein Problem. Yeah! Da freue ich mich gleich umso mehr, dass er in nur einer Hand voll Tagen wieder hier in Kopenagen ist.
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