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Sommerlative: Spargel-Aprikosen-Quiche mit Rosmarin

Oh boy, ich komme mit den besten Rezepte immer dann um die Ecke, wenn die Zutaten Saisonende haben. Vermutlich bekomm ich Torschlusspanik und in Folge dessen einen Anfall an gustratorisch-ausgetüftelter Kreativität, die einfach die besten Ade-Rezepte hervorbringt. Aber noch ist es nicht zu spät und gewissermaßen musste Zutat S ein wenig auf Zutat A warten. Zusammen mit R sind die zwei ein unschlagbares Paar, ich sag’s euch. Keine Sorge, Buchstabensuppe wird es dem Gaumen zum Glück nicht. Aber eine sommerlich leichte Quiche aus dem allerletzten Spargel, süßen Aprikosenachteln und dem erfrischenden Geschmack von Rosmarin. Die ist perfekt für gelassene Dinner in Sommerabendwärme auf dem hauptstädtischem Balkon oder als Mitbrinsel zum Parkpicknick. Und falls doch ein Stück übrig bleibt: Es gibt keinen besseren Pausensnack zum Mit-auf-die-Arbeit-Nehmen als diese Quiche. So here it comes – das lang angeteaserte Rezept:

 

ZUTATEN für eine 26er Tarteform
• 125 g kalte Butter
• 250 g Mehl
• 5 mittelgroße Eier
• 1 Becher Schmand
• 100g Parmesan
• 400 g weißer Spargel
• 2 reife Aprikosen
• 2-3 Stängel frischen Rosmarin
• Salz und Pfeffer

 

ZUBEREITUNG
1. Ganz klassisch: Die kalte Butter zusammen mit dem Mehl, einem Ei und einer ordentlichen Prise Salz verkneten. Ich nehm am liebsten die Fingerspitzen dafür. Wie bei Scones oder Tarte Tartine knete ich schnell und so wenig wie möglich alles gerade so zu einem Teig. Das macht den Teig am Ende umso lockerer, fast ein bisschen blättrig. Welche Knettechnik auch immer, am Ende alles kaltstellen. Oder du greifst wie ich auf die Turbovariante zurück: Einfach 30 min ins Gefrierfach legen.
2. Während der Teig schon mal abkühlt (ich würde ja immer so gern mit dem Teig tauschen wollen), den Ofen auf 200°C vorheizen. Dann den Spargel schälen,  in kochendem, leicht gesalzenen Wasser vorgaren und anschließend kurz abtropfen lassen. Wärenddessen die Aprikosen waschen, entsteinen und achteln. Auch den Rosmarin waschen und kurz an mit einem großen Messer anpacken oder mit einem Mörserstösel bearbeiten, damit die ätherischen Öle freigesetzt werden. Die restlichen Eier, den Schmand, eine große Prise Salz, Pfeffer und den Rosmarin miteinander verquirlen. Den geriebenen Parmesan – bis auf zwei drei Löffel – unterheben. Und auch
3. Nun die Arbeitsfläche bemehlen und darauf den Teig ausrollen. Die Tarteform leicht buttern,  mit etwas Polenta bestreuen und den Teig darin auslegen. Wie immer: Die Ränder hochziehen. 
4. Den Spargel und die Aprikosen in der Form verteilen und mit der Eier-Schmand-Masse begießen. Am Ende noch einmal kurz drüberpfeffer und Salzen. Und ab in den Ofen für etwa 40-45 min backen, bis die Quiche leicht golden und nicht mehr wabbelt, wenn man die Tortenform anstupst. Vor dem Servieren und Genießen noch mit etwas Parmesan toppen. Voilà! Et bon appétit!

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DIY: Flauschige Tassels für Schlüsselbund und Wand

Ich bin immer noch ganz aus dem Häuschen über die Instagram-Bilder von Martyna Golik. Ganz besonders hat es mir ihr Foto mit zwei Quasten angetan. Die Dinger bieten die besten Proportions- und Formverhältnisse für ausgedehnte Farbspiele. Weil es bei mir nie an Garnresten mangelt, hab ich gleich mal losgelegt und selbst Faden für Faden gewickelt. Gewickelt und umwickelt. Das geht super schnell, kinder(!)leicht und lässt sich an sonnigen Tagen auf der Decke im Park genauso gut werkeln wie bei Gewitterwetter zu Hause.

WAS DU ALLES BRAUCHST 
• Pappe
• Lineal
• Schere
• Garn in drei coolen Farben
• evtl. Markierstift, am besten einen Trickmarker
• Vernähnadel

 

UND SO GEHT’S  
1. Schneide deine Pappe für eine etwa 14 cm lange Tassel auf ein Rechteck von 30 cm mal 10 cm zu und schneide an einem Ende mit der Schere einen kleinen Schlitz ein.

2. Dort hängst du nun den Anfang deines Hauptgarns ein (ich hab hier das hellblaue superfeine Merinogarn genommen) und wickelst wie wild Garn um die Länge der Pappe. So viel bis der Strang sichtbar etwa wallnussdick geworden ist. Jetzt kannst du den Garnstrang vorsichtig von der Pappe ziehen. 

3. Mittig auf dem Strang markierst du mit dem Stift nun die Außenseiten von etwa 7 – 8 cm. Das wird der Bereich, den du umwickelst. Und schon geht’s los! Wickle dein Kontrastgarn (hier schwarz bzw. weinrot) von einem markierten Ende zum anderen; den Faden dicht an dicht und durchaus etwas straff. Wenn das geschafft ist, biegst du den Strang mittig und damit die Umwicklung zu einer Öse. Fixier das Ganze, indem du noch ein paar Runden beide Wickelenden zusammen umwickelst und das Garnende mit der Vernähnadel (wie im Bild oben) mehrfach vernähst.

4. Nun ist alles verrutschfest und du kannst die Enden des Hauptgarns aufschneiden, so dass das Ganze endlich eine echte Tassel wird. Schnipp schnapp! Noch fix das Ende auf eine Länge frisieren.

5. Mit der dritten Garnfarbe umwickelst du noch den „Hals“ der Tassel und setzt so einen weiteren coolen Farbakzent. Vernähen und et voila – Zeit, um kurz vor Freude über deine eigene Tassel und ihre Farbenpracht in die Luft zu hüpfen.

Auch wenn ich nicht das ideale (aka schmutzresistente) Material dafür genommen habe, eine Tassel musste sofort an meinen Schlüsselbund wandern. Bewährt hat sie sich dort von Anfang an: Das ewige Schlüsselsuchen in den Tiefen meines Shopper- oder Canvasbags hat seither ein Ende. Den Puschel findet man einfach in Nullkommanichts. Für die zweite Tassel brauchte ich einen Moment, um mir auszufantasieren, wofür so ein Ding – mal abgesehen vom traditionellen Vorhangraffen – sich noch eignet. Hängende Fäden – wer denkt da nicht an die vielen schönen Mini-Wandteppiche, die gerade alle weben? Also direkt ab an die Wand mit der Geschwistertessel. Und ich glaube der Blick dort hin ist mindestens genauso freudig wie meine seither kurzen Schlüsselgesuche. Wer allerdings genauso wie ich nicht mit dem Garnwickeln aufhören kann, fädelt seine Tassel-Großfamilie einfach an einem Seil auf und kreiert die nächste Generation der Wimpelkette. Perfektes Aha-Mmmh-Oho-Item für die nächste Outdoor-Party. Und die haben ja endlich wieder Saison!

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InstaOh: martynabarbaragolik

Unter allen Designern, die für den Wohnbereich entwerfen, scheint es meines Erachtens zwei Ställe zu geben: Die Pferde, die mit hyper-funktionalen Produkten innovativ nach vorn auf dem Designkosmos preschen, und solche, die mit ganz grundlegenden Mitteln – Farbe, Form, Material – einfach hyper-schöne Dinge schaffen. Aus dem ersten Stall kommen die großen Respektikonen, die Unantastbaren. Die letzteren kreieren Seelenbalsam. Augenglück, an dem man sich nicht sattsehen kann. Lebensinspiration. 

Die Arbeiten von Martyna Golik zählen definitiv zu letzteren: Sie sind beseelend, glücklich machend, inspirierend. Schon Anfang an, seit wir uns  in Kopenhagen an der Royal Danish Academy – School of Design kennen gelernt haben. Martyna war die lustige Textilerin aus Polen, die ihren Master in Kopenhagen machte; ihre Entwürfe immer cool und eben hyper-schön. Genau deshalb musste ich zu ihrem Arbeitsplatz regelmäßig rüber luschern. Heute, wo sie zwar noch in der dänischen Hauptstadt lebt, ich aber längst wieder in Berlin bin, mach ich das auch noch. Ich klick mich gern rüber auf ihren Instagram-Account. Dort postet Martyna  bildschöne Momentaufnahmen aus ihrem Studio. Sie zeigt Inspirationsquellen und zarte Einblicke in aktuelle Projekte. Der Gesamteindruck ist wie ein Blick in eine Tüte Marshmallow: Über all die allerschönsten Farbtöne. Zuckersüß und mit süchtig machenden Effekt, so dass ich einfach nicht aufhören kann, noch mal in die Tüte zu greifen. Muss ich aber auch nicht. Die Bilderwundertüte füllt Martyna wieder zum Glück von selbst nach und verzückt immer wieder neu.

Tiefe Einblicke in die Entwürfe gibt’s auf www.martynagolik.com

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Photos: Martyna Barbara Golik

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Schrecklich leckeres Farewell: Feldsalat mit karamelisierter Birne

Die letzten Lagerbirnen verschwinden aus unserem Bio-Markt. Ein Abschied mit lachendem wie weinendem Auge. Birnen-Adé tut weh, heißt aber so langsam Sommer Juché! Bis das Wetter das endlich auch mal einsehen möchte, gibt es noch einmal diesen Feldsalat mit karamellisierter Birne. Das perfekte easy peasy Rezept, wenn die doch zu lange rum lagen. Nach einer Runde in der Pfanne mit Rohrzucker-Regen entlocken sie in Kombination mit Feldsalat und intensiven Feta ein Mmh nach dem nächsten. Mmmh. Mmmmmh. So gut, dass man sich fast wieder auf Spätsommer  und die nächste heimische Birnenernte freuen kann.

 

ZUTATEN
1 Birne
50 g Feldsalat
Brat-Olivenöl
1 Prise Rohrzucker
30 g echter Feta
1 EL Zitronensaft
Crema di Balsamico
Salz
Pfeffer

 

SO GEHT’S
1. Die Birnen waschen, vierteln und entkernen. Dann in hauchdünne Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit etwas Brat-Olivenöl (bitte unbedingt darauf achten, dass es hocherhitzbar ist!) schwenken. Das ganze mit einer guten Prise Rohrzucker versüßen und weiter andünsten bis die Birnenscheiben leicht golden und butterweich geworden sind. Währendessen den Feldsalat waschen und trocknen.
2. Salat anrichten, mit den Birnenscheiben bestücken und den Feta darüber zerkrümeln. Mit etwas Salz und Pfeffer würzen, den Zitronensaft darüber geben und zu guter Letzt mit etwas Creme di Balsamico eine Sekunde lang Jackson Pollock spielen.

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Colour Love: Lavendel ist das neue Rosa

Rosé Quarz. Warmes Nude. Apricot. Ihr wisst, welchen Farbton ich meine. Den, der seit ein paar Jahren schon überall im Bereich Interieur und Fashion herumkursiert und alle Lifestyle-Herzen höher schlagen lässt. Ja, ich bekenne mich: Auch ich hatte von Anfang an einen Crush für diese Farbe. Doch so langsam glaube ich, dass es Zeit für einen neuen Farbbeat ist. So angetan vom noch frischen Frühling und den Waldveilchen, die ich letztes Wochenende aus dem Brandenburger Wald abgeerntet hab, weiß ich auch schon, was es werden kann: dieser zarte, luftigleichte Lilaton. Helles Flieder. Zartes Lavendel. In meinen Augen sieht das so frisch und unverbraucht aus. Wie Hochfrühling. Falls es den Begriff gibt.

Na, eine passende Limo zur Lavendelliebe gibt es jedenfalls: Cucumis hat nach der Gurken- nun die Lavendel-Brause herausgebracht. Sieht so schön aus, dass man sich kaum traut den Flaschenöffner anzusetzen. Doch nur Mut. Eiskalt gibt es kein erfrischenderes Getränk, mit dem man besser in einen relaxten ersten warmen Frühlingsabend starten kann. Trifft der wohl portionierte Lavendel-Duft auf Nase und Geschmacksknospen, bin ich in Gedanken sofort bei Lavendelsauna und einem heißen Bad im Winter. Da schaltet mein Körper auf Entspannung. Als Leckerli dazu sind karamellisierte Veilchen die Empfehlung des Hauses. Im Farbrausch haben F und ich einfach 100 ml Wasser mit 50 g Zucker vermischt und leicht erhitzt, bis einiges vom Wasser verdampft und ein dicker Sirup entstanden ist. Die Veilchen darin kopfüber getaucht. Et voila – fertig war der süße Moment. Aber Achtung: Den gibt’s nicht mehr lange zum Nachmachen. Die Veilchen-Zeit ist in ein paar Tagen vielleicht schon wieder vorbei. Falls ihr es nicht schafft, hab ich noch ein paar andere luftig leichte Lavendeltöne entdeckt:

Atmosphere von Daan Spanjers. Erinnert an die neuen Uhren von IKEA, ist aber der poetischste Wallhanger aller Zeiten, der verschiedene Tageslichtphasen einfängt.

Nein, kein Blaubeere. Kein Lavendel. Kommt ehe keiner drauf: Dieses verzückende Eis besteht aus Ube, der lilanen Yamwurzel. CEREAL weiß da mehr.

Wallpaint ‚Lake Aviemore‘ von Dulux.  Zeit, für Sommeranfang und ein bisschen Geometrie an den Wänden.

Die 4 / 9 aus der Papierfotoserie ‚The Baertling Wannabevon Carl Kleiner, einer meiner Helden unter den Stillleben-Fotografen.

Das T-Blanket aus meiner FROM:TO Kollektion.

Für die erste Outdoor-Party des Jahres: Paper Balls ° von Miss Etoile und dazu dieses gläserne Duo° 

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Von Still-Bluse bis Kinderbett: Der Mama Styleguide

Das Wetterhoch der letzen Woche hat mich jeden einzelnen Tag rausgelockt. Wie kann man auch anders, wo wir so lang auf Sonnenschein am Stück gewartet haben. Das dachten sich eine Menge Berliner und quetschten sich auf den letzten grünen Zipfel auf der Parkwiese. Darauf hab ich verzichtet und mich stattdessen unter die Mütter von Prenzelberger oder Mitte Spielplätzen gemogelt. Der Szenewechsel war spannend. So einiges lief mir dort vor die Nase. Babys, die komplett eingehüllt in Tragetücher hin- und her geschuckelt wurden, wo ich beim Anblick schon seekrank wurde. Ein Toddler-Mädchen, das sich stundenlang ganz allein mit einem Bobbycar bei Laune halten konnte. Mütter mit Filztaschen und solche, die selbst mit Schwangerschaftsbeule und Kleinkind an der Hand eine Ausstrahlung an den Tag legen, wo ich mit zugespitzten Augen überlegen musste, wer da mehr strahlte: Die Sonne oder diese sympathische Frau vor Mutterglück. „Wie schaffen die das?“, frag ich mich da, noch weit entfernt vom Mommysein, aber mit bewundernder Neugier. Was sind die ganzen Tricks gegen Möhre-Pastinake-Breiflecken auf dem Top und so tiefe Augenringe, als hätten die kleinen mit dem dicksten Edding einmal unter Mamas Lid einen Halbkreis gezogen? Eine Hand voll Antworten kamen prompt per Post in meinen Briefkasten geflattert. Schön bebildert von meiner Foto-Heldin Jules, wohl sortiert und gut bebunden – im coolsten Mamabuch, das mir je in die Finger gekommen ist.

Auch wenn der Untertitel etwas mehr verspricht, ist nach zwei Lesennachmittagen klar: Im Mama Styleguide dreht sich in erster Linie alles um Mode. Oder besser: Was Mama im Spagat zwischen Kinder, Haushalt und Karriere daraus machen kann. Das Resultat ist Dank Mom-Blogs natürlich kein Novum mehr: Die Mamas von heute tragen Outfits, bei denen Alltagstauglichkeit und Stilbewusstsein in Symbiose miteinander treten. Outfits, die ein selbstbewusstes Mutterbild der neuen Generation proklamieren. Alle 20 Portraits im Buch bezeugen das – aber auf ihre Weise. Darum ist der Styleguide weder Fingerzeig noch Rezeptbuch für gutaussehende Mütter, auch wenn Modejournalisten die Tricks der Supermamas zum Nachmachen gut zusammenfassen.  Eher ist der Guide ein Sammelwerk an Schlüssellochmomenten. An kurzen Einblicken in das einzigartige Familienleben 20 ganz verschiedener Müttern, die ihren persönlichen Weg gefunden haben, mit Herausforderungen im Alltag umzugehen und Elternglück auszukosten. Aus all dem darf man sich die passenden Rosinen herauspicken und sich fürs eigene Mamaleben inspirieren lassen.

Ab der Mitte des 220 Seiten schweren Wälzers begibt man sich als Leser auf anderes Terrain. Genauer: in das Zuhause von fünf Mamas und ihren Familien. Man ist Seite für Seite Gast mit neugierigen Augen und erfährt hier und da praktische Tipps für kindertaugliches Wohnen (Stichwort: Flecken auf dem Sofa oder Spielzeugexplosionen). Eines der Interiors war mir besonders vertraut: die Dreizimmerwohnung der F-Schwester. Ja, so wohnen Marie und Junio. Und deshalb kann ich sagen: Was im Styleguide zu sehen ist, ist authentisch. Kein extra Schöngeschminke für die Kamera, nur ein Lächeln.

Zu guter Letzt empfehlen Janine und Jules noch beeindruckende Shops, Blogs und Instagram-Accounts. Ob die in ein paar Jahren noch interessant sind, wenn man den Guide mal wieder aus dem Regal zieht, bleibt fraglich. In jedem Fall sind es die wissenswerten Tipps für werdende Mütter, die Janine im Buch Wasserfarben-illustriert verteilt. Und zum Glück sind sie es nicht nur heute, die Tipps werden es auch noch übermorgen bleiben. Deswegen, aber vor allem weil die Autorinnen den Spaß am Leben mit Kind so wunderbar einfangen: Den Mama Styleguide verschenke ich gleich zur nächsten Babyshower. Endlich ein cooles Geschenk statt nur olle Windeltorten und peinliche Nippelcreme.

 

Janine Dudenhoffer (Text) und Jules Villbrandt (Fotos)
Der Mama Styleguide – Mode-, Wohn- und Lebensstil mit Kind
Knesebeck Verlag . 2016

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Gut gesagt: Liebevoller Spiegelblick

„Ich träume davon, dass wir uns alle mit mehr Großzügigkeit und mit Liebe zur Andersartigkeit betrachten können.“

Das las ich eben von Schauspielerin Rosalie Thomass im letzten ZEIT Magazin (Nr. 14, S. 35) zum Thema stereotype Frauenbilder und – ideale. Dort hat sie verraten, dass sie beim morgentlichen Blick in den Spiegel manchmal denkt: „Oh Gott, wie siehst du denn aus!“. 


Ich ertappe mich in letzter Zeit selbst dabei, wie ich andere Frauen beobachte. Sie spazieren an mir auf der Straße vorbei und ich bleibe mit meinen Augen an ihnen kleben. Analysiere ihre Gestalt und das, was sie kleidet. Ich bewundere sie: ihre Aura, die fließenden Handbewegungen oder auch den irre strengen „What ever“-Blick. Zu Hause lese ich über selbstständige Moms, deren Erfolg scheinbar nicht ein Fünkchen dem Familienglück Abbruch tut. Ja, da werde ich auch ohne eigene Familie ein wenig neidisch. Neidisch, wie ich darauf bin, mit welchem Selbstvertrauen und rotzfrecher Eleganz Nike Jane Socken in den schlimmsten Gucci-Schuhen (abgesehen von dem Korallrot) durch Berlin trägt. In solchen Momenten bin ich – wie vermutlich viele andere weibliche Beobachter – irre fasziniert und zugleich voller brodelnder Gedanken. Ja, in mir fängt es dann tatsächlich an zu kochen, weil in solchen Momenten kurzer
Weib-zu-Weib-Blicke unausgesprochene Fragen  rüber auf die andere Straßenseite oder die rosane Homepage schwirren:  Würde ich jemandem, so wie ich jetzt heute hier und jetzt bin, auffallen? Was bitte machst du, um das zu haben, was du hast, und auszusehen, wie du aussiehst? Brauche ich auch Tamtam und Socken in offenen Schuhen? …
Ich bin von mir selbst überrascht. Denn ich weiß: Das sind verflixte Fragen, die wir im Mariannengraben versenken sollten. Lasst uns endlich die Thomass’sche Brille aufsetzen, durch die wir uns selbst ungeschminkt mit mehr Liebe zum eigenen Sein und Eigensein anblicken können. Weil nur dem Zufriedensein mit uns selbst die edelste Form von Attraktrivität entspringt. So is’es, so schmalzig es auch klingt.

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I am listening to: Hello Spring

Gestern war er da. Präsent mit jedem Sonnenstrahl, der auf meine neue Sonnenbrille traf. Berlin wacht wieder auf, geht raus, wird quick fidel. In Ode an das traumhafte Wetter gestern, sing ich Hello Spring! Passend zur Jahreszeit, fängt’s schleichend an und blüht nach und nach auf.  Kaum zu überhören:


Agnes Obel – Just So
CocoRosie – Lost Girls
Charity Children – You Want Me
Mirah – Sweepstakes Prize
Sample Answer – Good Boy
Broncho – Class Historian
Is Tropical – Dancing Anymore

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Lichtpunkte. Einer nach dem anderen

Gesehen   die amüsanteste und doch absolut realistische Zusammenfassung aller Erwartungen, die an uns Frauen gehegt werden. Floraian Schröder, was bist du ein Frauenversteher
Getan   Unendliches Ankreuzen, um noch besser zu wissen, was ich kann. ➜ Stärkentest
Gefreut   Auf unseren Kurzrip nach Barcelona in zwei Wochen, wo wir inmitten von coolem Retro nächtigen werden. 
Gestrickt   Bobbel an Bobbel ein Bonnet für’s nächste Kind im Freundeskreis 
Genascht   Wo „I wouldn’t put enything else in my mouth“ drauß steht, muss etwas Besonderes drin sein. Ja, Poshcorn ist definitiv die Superlative von dem Klassiker, der an der Kinokasse so unverschämt teuer ist.
Gewünscht   ein Stück von Nendos neuer, sagenhaft gutaussehender Schokolade!
Gekauft   Großes Business Shopping bei Visual Dream . 

Geklickt   einmal durchs Programm von Northern Lighting. Den Head of Design trifft man ja nicht unvorbereitet auf dem Stockholm Funiture Fair.
Geplant   heute Abend im Murkudis-Store bei der Präsentation von Konstantin Grcics Möbeln für Mattiazzi dabei zu sein.

Sehen wir uns dort für einen funkelnden Wochenendstart?

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LEBEN & GENIESSEN, UNTERWEGS

Hello again!

In den letzten Monaten kam Fahrtgeschwindigkeit auf. Da hab ich mir selbstbewusst erlaubt, mich in aller Stille zurück zu ziehen. Doch nun. Luken auf! Herausgestreckt ins neue Jahr. Das hat zwar nur noch 343 weiße Blätter. Doch es zeichnet sich bereits ab: Zwanzigsechzehn wird ein Meilenstein. Der muss allerdings noch ein Semester auf mich warten. Bis dahin schau ich mir die Welt an: Wien war gestern. Barcelona kommt morgen. Und übermorgen geht’s nach Stockholm.

Weil das zu gute Aussichten auf spannende Reiseberichte sind, leg ich gleich mit dem ersten Tipp los: Wien. WU. Einen Ausschnitt des imperialen Universitätsgebäudes seht ihr oben. Als größter Campusneubau Europas hat er sich in die Bücher der Architekturgeschichte geschrieben, mit der Außenfassade vom größten der sechs Gebäude in mein Wiener Reisetagebuch. An der natürlichen Patina der Rostblechfassade und dem unregelmäßigen Muster, das die  Sonnenschutzklappen bilden, kann man sich nicht satt sehen. Und falls doch, liegt der Wiener Prater nur ein paar Schritte entfernt.

 

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I am listening to: Summer Happiness

Während ich mit dem Mac zusammen nach Abkühlung lechze, laufen Melodien mit dem so schwer in Worte zu fassenden Oh-wie-großartig-ist-es-zu-leben-Effekt in Endlosschleife. Das ist wie Eis, das nie alle wird. Erfrischend wie die saftigste Wassermelone, die mich mit ihrem Rot  jedesmal kräftig anlacht. Wie eine Bombe in den türkiesfarbenen Pool und der erste Schluck vom eisekalten Eiskaffee. Sommer, du bist gut. Immer wieder. Immer noch.


Cold War Kids – First
Steaming Satellites – Witches
Talking To Turtles – Passenger Seat
Will Rutherford – Narrow
Talking To Turtles – Safetyville
Portugal. The Man – Share With Me The Sun
The 88 – How Good It Can Be
The Spinto Band – Shake It Off
Woodlock – The Garden
Porugal. The Man – Sleep Forever
Tom Rosenthal – Watermelon Cage
The Elephant – Cigarette Daydreams

Oder eben alles zusammengefasst unter dem besagten Melodiengefühl: Summer Happiness.

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Croissant mal ganz anders

Kochbücher benutzen wir vermutlich anders als es ihre Autoren sich gedacht haben. Statt stupide nachzukochen oder zu backen, was uns an Bildern und Worten das Wasser im Munde zusammen laufen lässt, lassen wir uns von Rezepten lediglich inspirieren. Die Zutatenliste wird wie wild ergänz und umgeschrieben, manchmal sogar bis das ursprüngliche Gericht kaum noch zu erahnen ist. Oder wie im Fall von Fannys Patisserie (Fanny Zanotti bloggt übrigens auch),  als aus einem zuckersüßen Croissant pain perdu zum Frühstück  bei uns ein herzhafter Starter für einen sommerlich leichtes Abendessen wurde:

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Zutaten
2 Croissants
2 Eier
2  Zweige frischer Rosmarin
Salz & Pfeffer
50ml Vollmilch 3,8%
Butter
Parmigiano-Reggiano

Zubereitung
Eier und Milch zusammen mit Salz, Pfeffer und dem Rosmarin verquirlen.
Die Croissants halbieren und in einem flachen Gefäß in der Eiermischung
für etwa 1 min von jeder Seite einweichen lassen.
Butter in einer Pfanne zerlassen und die Croissants darin
beidseitig backen bis sie mit ihrem Gold locken.
Angerichtet mit Parmesan verfeinern
und jauchzend genießen.

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Die Croissants von einer kleinen, aber höchstfeinen Boulangerie in der Lettestraße 2 am Helmholzplatz, Berlin, liebe ich wie verrückt. Seit unserem Pain Perdu-Experiment kaufe ich dor immer auf  Vorrat ein. Die französische Variante des armen Ritters war zu sehr geglückt! Hach, wenn ich jetzt schon allein an den herzhaften und doch leicht süßen Geschmack zurück denke, huschen mir unbemerkt Mmmhms über die Lippen. Diese kleine Leckerei könnte es jeden Abend geben! Denn im Nu sind die Croissants geschnitten, Eier verschlagen und ein Deluxeessen mit kleinem Aufwand, aber großer Gaumenfreude auf dem Tisch gelandet.

In dem Sinne: Essen ist fertig!

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Zickzack für die kleinsten Füße

Wahre Stricker kennen keine Sommerpause! Diesen Ehrencodex treu zu bleiben, fällt bei diesem kühlen Sommer (kann man das überhaupt so betiteln?) ziemlich leicht. Ich persönlich mag es auch lieber, wenn das Garn sommerlich dünn ist, das durch meine Finger läuft, während die Nadeln wild zappeln. Socken sind da von Juni bis September ideale Strickprojekte ! 

Und wie hab ich mich letztlich unsterblich in dieses graphischen Paar verliebt! Doch weil aktuell nur Zeit für Kurzprojekte und stash-Aufbrauchen bleibt, musste eine Babyversion draus werden. Gesagt getan – zwei Muster schnell  zusammengeworfen, hier und da etwas abgeändert. Klapper klapper und nach wenigen Abenden war sie fertig: Meine Graphic Chevron Baby Socks-Abwandlung, die bald die zarten Füße eines kleinen Mega-Bootsbauers umzickzacken und beringeln.

Zum Nachstricken gibt es eine englische Anleitung mit Infos wie Nadelstärke und verwendeter Wolle hier im pdf. In dem Sinne: Happy summer knitting!

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365-Tage-Melodien

Du hast meine Neugier geweckt, da haben wir uns noch nie gesehen, nur über den halben Globus voneinander gehört. Und als du endlich den Raum betreten hast, hat deine Lebensfreude, dein breites Lächeln eine stille Kettenreaktion in mir ausgelöst, von der meine beste Freundin mehr wusste als ich selbst.
365+ und du bringst du mein Leben weiterhin zum Strahlen. Nie hab ich so gelacht wie mit dir, nie so tiefsinnig gut die süßen Seiten des Lebens geschmeckt. Mein Feinschmecker, mein Privatenternainer, Lebensberater, Endschleuniger und Motivator, Liebhaber, Designkritiker und großartigster Teampartner, den ich mir ausmalen konnte – take my love and take my time; tell your love she’s dear! 

Für den F-Mann / Last Love: Matrimony

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Trommelwirbel und Konfettiregen

Meine Erinnerungen an meine Geburtstage als Kind und Jung-Teenager sind noch ganz plastisch: Verschlafen bin ich am Morgen in meinen Nachtsachen die Treppe herunter geschlurft. Mit den Fingern den Schlaf aus den Augen reibend. Manch einen Abend war ich vorher so aufgeregt, dass ich vor lauter Gedankenreisen gar nicht einschlafen konnte. Umso größer waren meine Augen, als ich auf dem letzten Treppenabsatz angekommen den Geburtstagstisch entdeckte. Typischerweise stand dort eine Kerze, ein Paar zarte Blumen aus dem Garten meiner Eltern und ein kleiner, aber feiner Geschenkeberg. Noch ganz benommen von der Neugier überwältigten mich dann immer warme Umarmung, Geburtstagsküsse- und wünsche von meiner Mutter. Für sie war mein Ehrentag wahrscheinlich ein noch besonderer Tag als für mich. Ein war, ist und bleibt der Tag, an dem sich mit meinem Leben ihr Leben änderte. An dem sie Mutter wurde und seither ihren ungebrochen starken Liebesstrom an mich verschenkt. Tag für Tag. Doch an meinem Geburtstag in ganz besodnerer Weise. Sichtbar in einem liebevoll gedeckten Geburtstagstisch.

So muss es sein. So gebe ich den Geburtstagsliebesstrom auch weiter. Und genau deshalb war ich so aufgeregt vor dem Heute. Das erste Jahr, wo ich dem F einen Tisch bestücke. Seinen Lieblingskuchen heimlich backe, die Geschenke schöner als ihren Inhalt verpacke, Ballons auf der Karte hinhänge, auf die Pauke haue. Geburtstagskinder gehören gefeiert! Ihr Dasein macht unser Leben bunter; zaubert Grinsebacken und Gefühlshochs. Gibt es einen passenderen Anlass als ihren Geburstag, um zeigen, wie wertvoll sie für uns sind… Genau deshalb kommt nun der Konfettisegen. Jeder einzelne davon ein herzensguter Wunschpunkt. Für den größten davon wünsche ich mir, dass er nie vergisst, wie wertvoll er ist.

Wie feiert ihr eure Lieben? Habt ihr ein Geburtstagsritual? 
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