INTERIOR & DESIGN

Wunschkonzert am Arbeitsplatz

Endlich Semesterende! Endlich Zeit, um sich wieder an mehr Orten als am Schreibtisch oder in der Werkstatt aufzuhalten. Dabei hat die Zeit mich einiges gelehrt. Wegen dem Mix aus halbprovisorischen Wohnen am Studienort und Wochenendleben in der Hauptstadt, hab ich durchlebt, wie ineffizient ein halb eingerichteter, undurchdachter Schreibtisch sein kann. Wie nervig es ist, wenn das Papier oder die spezielle Schere, die ich akut brauchte, gerade in Berlin statt in Halle war. Ja, Ordnung ist das halbe Leben. Hat Mom immer gepredigt. Die Message habe ich mittlerweile in Eigenerfahrung verstanden und betone: „Besonders auf und um den Schreibtisch!“ Eine gute Ausstattung ist dafür unerlässlich. Und da ich den Rückzug nach Berlin antrete, stehen die Wunschpläne für den neuen Arbeitsplatz Dank Eigenerfahrung schon felsenfest: 

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 Werkelbank Gerade bei so vielseitigen Aufgabenbereichen, die ich als Designer im Gestaltungsprozess durchlaufe, muss auch der Tisch viel mitmachen können. Ausreichend Länge für große Papierbahnen macht genauso dankbar wie verstellbare Beinhöhen, wenn man an Modellen doch einmal lieber stehend arbeiten möchte. Eine weiße Tischplatte ist bei mir ein Muss – schnelle Work-in-Progress-Fotos sehen mit weißem Untergrund halt ästhetischer aus. Deshalb hat sich schon lange bei mir der Schreibtischklassiker schlechthin in meine Wunschliste eingebrannt: Egon Eiermanns Tischgestell 1 klingt nicht nur sachlich-funktional, er ist es auch. Und seitdem ich bei Dr. Walter Scheiffele zu Besuch war, dort seinen Eiermann als Esstisch umfunktioniert vorfand, schätze ich diesen Klassiker noch mehr für seine Flexibilität.

 Setz dich Die Mehrheit hat den Dreh-Bürostuhl für sich entdeckt. Ich hingegen weigere mich strikt gegen Rollen an der Beinkonstruktion. Meine Sitzgelegenheit am Arbeitsplatz muss bequem und standhaft zugleich sein. Stefan Diez‘ 404 mag ich wegen seiner unkonventionell-ästhetischen Frische sehr. In Thomas Benzens Entwurf COVER fand ich jedoch einen Formverwandten, der noch eleganter daher kommt und Dank Textilcover und Armlehnen zugleich mehr Komfort verspricht.

 In Reichweite  Nichts ist zeitaufwendiger und nervenzerreibender als ganz dringend spezielle Materialien oder Werkzeuge zu suchen. Griffbereit heißt der Idealzustand. Seit dem Artikel über Lochplatten im Houzz-Magazin, bin ich hin und weg von dem Umzug des Handwerker-Items in das Arbeitszimmer! Am besten eine Variante,  die durch anklemmbare Werkzeughalter und Ablagen ergänz werden kann. Statt Hammer und Schraubenzieher stecken bei mir dann Cutter, Zangen, Stricknadeln & Co.

 Ticktack Gerade in kreativen Prozessen verliert man sich gerne mal im Tüfteln und Tun. Dann schreibt man unbemerkt 1,5 Stunden an einem Text, für den ursprünglich nur 30 min eingeplant waren. Oder mein Perfektionismus treibt Photoshop- und InDesign-Aufgaben bis ins Unendliche. Um mich nicht in Unnützem zu verlieren und einfach effizient zu bleiben, habe ich mir im letzten Jahr den regelmäßigen Blick auf die Uhr antrainiert. Wenn man noch im Zeitfenster liegt, ist es umso schöner, dass von einer Uhr wie PICTO von den Designern Steen Georg Christensen und Erling Andersen gesagt zu bekommen. So funky cool wie ihr Äußeres kann es mit dieser Botschaft beim Arbeiten weitergehen.

 Müllschlucker  Nicht jede Idee ist es wert, umgesetzt zu werden. Das Verwerfen im Kopf geht bei mir Hand in Hand mit dem physischen Ausmisten. Jedes zerknüllte Blatt, jeder Wurf in den Papierkorb – eine kleine Befreiung und Startschuss für bessere Ideen. Konventionelle Papierkörbe aus Draht oder Plastik sind nichts für meinen Materialästhetik-Splin, den mir der Textil- und Oberflächen-Bachelor eingeflöst hat. Die Ordnungstüten aus einem Zellulose-Silikon-Gemisch von MAGAZIN sind im Gegensatz dazu haptisches Balsam. Schließlich krönt der Gedanke „Papier gehört zu Papier“ den Fakt, dass sich die Ordnungstüten bei 30°C waschen lassen. Für den Fall, dass die Wasserfarben auf dem Papier doch noch nicht richtig trocken waren …

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Hab ich eurer Meinung nach etwas Essentielles vergessen, das das Arbeitsleben umso einfacher macht? Oder habt ihr noch bessere Tische, Stühle und Ordnungshüter im Kopf?

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