UNTERWEGS

Immer einen Besuch wert

Das Wochenende wirkt in mir weiter nach. Endlich wieder einmal weiter weg gewesen zu sein, tat gut. Richtig gut. Die lange Bahnfahrten brachte unglaublich viel freie Zeit mit sich. So viel ungewohnt freie Zeit konnte ich gar nicht mehr einschätzen und habe viel zu viel Unterhaltungsprogramm eingepackt. Den Mac hatte ich noch nicht mal eingeschaltet, die Stricknadeln blieben still. Nur ein bisschen Lesen und ich war bereits in Köln. Bitte sagt, es geht euch ebenso!

Für das Wochenende eigentlich nur Umsteigeort gewesen, hab ich mir in Köln eine dreistündige Aufenthaltsdauer gebucht. Um noch mal ins Museum Ludwig zu gehen. Ein Besuch dort ist für mich mittlerweile Pflicht aller Kölnaufenthalte geworden. Egal wie lange die sind. 

Das Museum wurde 1976 im Zuge einer vertraglichen Schenkung des Sammlerpaares Ludwig an die Stadt Köln gegründet. Kontinuierlich erweitert durch weitere Schenkungen der Ludwigs, anderer Stifter und durch Ankäufe, umfasst die Sammlung des Museums bedeutende Werke von der klassischen Moderne bis hin zu solchen aus aktueller Kunstproduktion. Nicht umsonst gehört es damit zu den bedeutendsten europäischen Museum für Gegenwartskunst.

Da es gerade für alles ein Slow gibt, behaupte ich Slow Visitor zu sein. Ich schaue mir lieber weniger an, dafür mit Tiefenblick. In meinen letzten Museum Ludwig-Besuchen hatte ich mich eher den Werken aus Expressionismus, russischer Avantgarde, Popart und der Picassosammlung der Ludwigs gewidmet, für die das Museum bekannt ist. Diesmal galt mein Blick jedoch den fotographischen Arbeiten. Besonders angetan war ich von Bruce Naumans „Studien für Hologramme“ (Lippenfotos) von 1970 und Allen Sekulas „Diasequenz ohne Titel“ (SW-Arbeiten), ebenfalls aus den 70er Jahren. Während Naumans unglaublich humorvolle Arbeit so sehr dem aktuellen Instagram-Duplex-Style entspricht, dass man sich die Fotografie gern ins Wohnzimmer hängen würde, ist Sekulas Serie eine Art fotographischer Roman. Einmal eingedacht in seine Bilder eröffnen sich Welten aus Charakteren, Emotionen und Nostalgie. Das allein und der Blick auf Dom, Innenstadt und Rhein, den man von den Dachterassen des Museums eröffnet bekommt, ist allein einen Kurzbesuch wert gewesen. 

Museum Ludwig
Hein­rich-Böll-Platz
50667 Köln

Öffnungszeiten:
Di­en­s­tag bis Son­n­tag (in­kl. Fei­er­tage): 10 – 18 Uhr

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3 Gedanken zu “Immer einen Besuch wert

  1. Ohja, ins Museum geht man viel zu selten. Das letzte Mal war ich während der Berlin Art Week im Museum, übrigens eine tolle Sache, aber man muß sich Zeit nehmen. Schön dich beim blogsalon getroffen zu haben! Sabrina

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