LEBEN & GENIESSEN

Vorhang auf…

… für mein erstes selbst genähtes Kleidungsstück! Der Kimono war ein Geschenk an den einen und hat eine lange Entstehungsgeschichte hinter sich. Angefangen hat dieses Nähprojekt vor etwa einem Jahr als ich in Kopenhagen ständig im Nähraum der Royal Danish Academy – School of Design war. Dort hatte ich mich in die japanischen Stoffe verliebt und gleich 3m  Tencel gekauft, mit dem Vorhaben bis zum Geburtstag von dem einen daraus einen Kimono zu nähen. Dank meines „Can do“-Syndroms hatte selbst die Tatsache mich nicht davon abhalten können, dass ich weder Schnittmuster gefunden noch im Allgemeinen irgendeine Erfahrung im Modenähen hatte. 

Mit „Yes, I can.“ ging es optimistisch los. Heimlich bei seiner Hose und seinem Shirt Maße abgenommen und halt ein eigenes Muster erstellt. Zugeschnitten, geoverlocked und promt die falschen Seiten der Hosenbeine zusammen genäht. Ähäm…
So wurde „I can do“ schnell erweitert mit „with professional help“. Schließlich gab es genügend Modestudenten um mich herum, die mir beratend zur Seite standen. Auch wenn ich den Kimono bis zum Geburtstag alles fertig bekommen hatte, die professionelle Beratung hat dem Endergenis nur bedingt geholfen. Die Hose war ihm viel zu lang und am Oberteil unterm Arm eine hässliche Stoffraffung. Nach fast einem Jahr hab ich es nun endlich geschafft, die Hose zu kürzen, ein Band für den Hosenbund zu besorgen und den Kimono damit tragbar zu machen. So ganz zufrieden bin ich immer noch nicht, aber zumindest um einige Erfahrungen reicher. Das ist wahrscheinlich das Entscheidendere.

Nun bin ich gewappnet mit einer Menge Fehlerfahrungen. Und die sind bekanntlich die mit dem höchsten Lerneffekt. Deshalb hier nun in gesammelter Form die wesentlichsten Tricks, die ich beim Kimononähen schmerzlich erlernt oder beigebracht bekommen habe :

1. Wo bei Oberteilen Arm, Vorder- und Hinterteil es zu Raffungen kommt, ist der Winkel wohl zu spitz. Für Kräuselfreiheit sorgt nur einer nahe 90°.
2. Bei der Hose näht man beide Hosenbeine zuerst am Innensaum entlang (1.). Dann ein Hosenbein auf Rechts umkrämpeln und dieses in das auf Links stecken (siehe 2a).So kann man ganz easy (wie in 2b) die Naht von Hinten bis vorn zum Hosenstall nähen.
3. Bei einem Hosenschnitt mit zulaufenden Hosenbeinen die Nahtzugabe am Beinsaum weder weiter zu laufend noch gerade weiterziehen, sondern wieder auslaufend anzeichnen!
4. Ähnlich wie bei der Hose verlaufen die Nähte auch am Armansatz: wieder erst horizontal, dann vertikal zusammennähen.

Habt ihr weitere Tips? Was sind eure Langzeitprojekte?
.

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2 Gedanken zu “Vorhang auf…

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