UNTERWEGS

Danach ist dazwischen

Die schönsten Tage des Jahres sind um. Die Papiertonne immer noch vom Geschenkpapier gefüllt. Mein Magen lernt langsam wieder, was Hunger heißt. Doch an den selbstgebrannten Mandeln (oh, sie sind dieses Jahr besonders gut geworden!) kann ich nicht vorbeigehen, ohne dass ich ein paar in meine Finger kriege. Und auch bei den schokoschokoschoko-Rumkugeln von der Schwägerin muss ich immer mal naschen.

Doch es ist viel mehr geblieben als überviele Geschenke und restliche Leckereien. Ich bin dankbar. Für zwei Familien und dass mir in meiner gewachsenen Vertrautheit nun ein ganz unbeschwertes „Klaus, ist das deiner?“ rausrutscht. Dass mein Geschenkewagnis für den Orangenbär ein Happy End hatte und wir 2012 einen Abend lang, dass Goldhahn & Sampson unsicher machen werden. Und: Dass noch mehr vom Eigentlichen an Weihnachten in mein Herz eingeogen ist, von der Geburtstagsparty meines Retters.

Nach Weihnachten ist zwischen den Jahren. Und so bin ich unterwegs zwischen Familie und dem arbeitsintensiven Januar. Zwischen alter Heimat und neu gewonnener. Zwischen Stille genießen und den letzten Rest aus dem Jahr holen.

Hach, ich liebe diese Zwischentage. Endlich konnte ich all die Dinge wirklich werden lassen, die ich wegen dem ganzen Stress viel zu lange bei Seite schiebn musste. Das Rattern der Nähmaschine klang so gut in den Ohren, das Klappern der Stricknadeln auch und bei meinem Buch konnte ich seit September ein paar Seiten weiterblättern. Weltmeisterlich viel haben wir gespielt – fast jeden Abend und einmal fast einen ganzen Tag lang – und meine alte Heimat an der Saale neu entdeckt.

An der Saale hellem Strande stehen Burgen stolz und kühn. Das Lied von Franz Kugler, das ich damals in der Grundschule auswendig lernen musste, kam mir bei unserem Ausflug auf die Rudelsburg wieder in Erinnerung. Summend bin ich um die alten Mauern geschlichen, hab die Aussicht genossen. Das Burgfräulein haben wir leider nicht getroffen, um mit ihr in der warmen Kemenate zu plaudern. Vielleicht beim nächsten Mal.

 

 

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