UNTERWEGS

Berlin: Jüdisches Museum

Fünf Tage Holland vergingen schneller als gedacht. Vom Land selber habe ich nicht viel gesehen, also so gut wie nichts. Aber eines hab ich bemerkt: Die Welt ist dort ein bisschen geebneter. Mehr als zwei Stockwerke hat kein Haus. Und Fensterbretter kennen die Holländer auch nicht. Die großen Fenster im Erdgeschoss  sind gläserne Wände und haben wohl genau deshalb meine Augen in Bann gezogen. Von außen sahen sie eben alle gleich aus, in dem gleichen Backstein eingemauert. Doch dahinter haben sich mir die unterschiedlichsten Einblicke eröffnet: wohl geordnete Zimmer im klaren Design, Babykrabbelparadiese bis hin zum großen Messi-Chaos. In ein Wohnzimmer nach dem anderen illern, Entschuldigung, ich konnte einfach nicht anders.

Eine Woche Textilfirmen, Dutch Design Week und Stardesigner der Niederlande hat ihre Spuren hinterlassen. Nicht nur 453 Fotos und 1580 g Stoff von de ploeg hab ich mitgenommen. Viel mehr war es Input im Überfluss, so viel, dass mir manchmal schon die Hände gejuckt haben und ich wieder werkeln wollte. Doch das beste: Eine neue Strickfreundin, die ich in meiner Zimmergenossin gefunden hab, und in meinen Textilgefährten ein weiteres Stück Heimat, hier in Berlin.

Auch hier in Berlin: Das Jüdische Museum ist nun stolze 10 Jahre alt geworden und hat zum Geburtstag gleich zu einer ganzen Jubiläumswoche eingeladen. Heute stieg die große Familienfeier mit freiem Eintritt. Wir haben uns auf den Weg gemacht und das schamlos ausgenutzt. Bei der Sicherheitskontrolle am Eingang musste ich ganz schön bibbern. Meine Waschtasche hatte ich samt Haarschere mit. Aber irgendwie hat niemand etwas gesagt und der gute Herr, der (wie am Flufhafen) die Taschenscans anguckt, hatte übergroße Tomaten auf den Augen. Mein Glück.

Die Dauerausstellung war – wie so oft bei Museen – hochkonzentriertes Wissen auf einer viel zu großen Museumsfläche, aber lohenswert. Ausgesprochen gut war die aktuelle Sonderausstellung Heimatkunde. Und was ich immer nicht verstanden hab: Von 30 Künstlern aus 42 Ländern. Bei einer Videoinstallation über den deutschen Wald haben wir uns auf der Bank festgesessen, wieder mal über die Schönheit des Waldes gestaunt und die farblich unglaublich guten Aufnahmen genossen. Nichts großartiges sehen und trotzdem ganz viel wahrnehmen, das ging auch. Die schrägen Böden und Wände haben meine Raumwahrnehmung ganz schön durcheinander gebracht. Dem Orangenbär wurde da, mit 3D-Brille auf der Nase, sogar kurz mal schwindelig. In ihrer Schlichtheit haben mich auch der Holocaust Tower und der Garten des Exils ziemlich beeindruckt. Liebeskinder halt!

Und übrigens: Liebe Bonni, du hast deine 1:3 Chance erfolgreich genutzt und bekommst nun Butler, Radfahrer, eine Packung Holland-Tradition und etwas Genähtes von dem vielen Stoff. Herzlichen Glückwunsch!

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Ein Gedanke zu “Berlin: Jüdisches Museum

  1. Bonni schreibt:

    Oh, „gewinnen ist heute“ ich bin ganz sprachlos…wie schön- die Freude ist groß und dann gleich beide Buttons!! Vergnüglich gehe ich ins Bettchen;) und träume Bonnilike.

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