LEBEN & GENIESSEN, UNTERWEGS

Green day

Kurz nach Sonnenaufgang verlasse ich nun wieder das Haus, komme in der Dämmerung wieder ins Heimische zurück. Ich bin glücklich über die Routine, die mich seit einer Woche wieder hat. Und ich sie. Unter meinen Textilgefährten blüh ich auf und staune über mich selbst, wie ich einfach ICH bin. Den ganzen Tag nur das machen, woran ich Spaß hab. Und wenn ich Heim komme, dann möchte ich manchmal wieder zurück – an den Skizzenblock, den Drucktisch, an meinen Webstuhl. Wenn ich ehrlich bin: Wenn es weiter so geht, traue ich diesem Alltagsglück langsam nicht mehr über den Weg.

Letzten Mittwoch gab es den ersten Unterricht in Zeichnen und Farbe. An sich alles andere als ungewohnlich. Doch ein stämmiger Herr, knallroter Fleecepulli und lila Hosenträger, lockte uns in 43 ha Grün. Einfach zeichnen. Wie ist völlig egal, Hauptsache ich selbst hab gefallen dran. Fehler sind erlaubt, denn Angst vorm Zeichnen kann keiner gebrauchen. Da wusste wohl jemand ganz genau, welche Worte ich brauche. Und so bin ich erst einmal durch die Gewächshäuser spaziert, hab geguckt, gestaunt, die Pflanzen mit allen Sinnen untersucht. Bei 22.000 verschiedene Pflanzenarten ging die Zeit wie im Fluge um, erst recht als der Orangenbär auch noch vorbei kam. Mein Zeichenblock hat sich um ein paar Blätter gefüllt. In diesem Grün hab ich einen Tag lang die Welt um mich herum vergessen – mitten in Berlin.

Kann das Leben bitte immer so sein?

Advertisements
Standard

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s