LEBEN & GENIESSEN

Die Leiden der ungeduldigen Nase

Eigentlich weigere ich mich ja Taschentücher zu kaufen. Tief und fest bin ich einfach davon überzeugt, dass es zu Hause auch ein Stück von der Küchen- oder Klopapierrolle tut. Sieht schließlich ehe keiner. Und gegen die Schniefnase unterwegs hatte ich mir von meinen Eltern einen kleinen Vorrat an Kleenex stibitzt. Hehe. Doch seit der restlos aufgebraucht ist, musste ich mich überwinden und meine ach so feste Überzeugung auf ein anderes Mal vertrösten.
Somit bin ich nun Besitzerin von 30×10 Tüchern gegen Schnupfnasen. Nur hat man die weißen Dinger gerade dann nicht dabei, wenn man sie am dringensten braucht:

Ein Mensch, voll Drang, daß er sich schneuzt,
Sieht diese Absicht schnöd durchkreuzt:
Er stellt es fest mit leisem Fluch,
Daß er vergaß sein Taschentuch.
Indessen sind Naturgewalten,
Wie Niesen, oft nicht aufzuhalten.
Und während nach dem Tuch er angelt,
Ob es ihm wirklich völlig mangelt,
Beschließt die Nase, reizgepeinigt,
Brutal, daß sie sich selber reinigt.
Der Mensch steht da mit leeren Händen…
Wir wollen uns beiseite wenden,
Denn es gibt viele Dinge, welche peinlich
Für jeden Menschen, so er reinlich.
Wir wollen keinen drum verachten,
Jedoch erst wieder ihn betrachten,
Wenn er sich (wie, muß man nicht wissen)
Dem Allzumenschlichen entrissen.

Eugen Roth

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