LIFE

Lichtpunkte. Einer nach dem anderen

Gesehen   die amüsanteste und doch absolut realistische Zusammenfassung aller Erwartungen, die an uns Frauen gehegt werden. Floraian Schröder, was bist du ein Frauenversteher
Getan   Unendliches Ankreuzen, um noch besser zu wissen, was ich kann. ➜ Stärkentest
Gefreut   Auf unseren Kurzrip nach Barcelona in zwei Wochen, wo wir inmitten von coolem Retro nächtigen werden. 
Gestrickt   Bobbel an Bobbel ein Bonnet für’s nächste Kind im Freundeskreis 
Genascht   Wo “I wouldn’t put enything else in my mouth” drauß steht, muss etwas Besonderes drin sein. Ja, Poshcorn ist definitiv die Superlative von dem Klassiker, der an der Kinokasse so unverschämt teuer ist.
Gewünscht   ein Stück von Nendos neuer, sagenhaft gutaussehender Schokolade!
Gekauft   Großes Business Shopping bei Visual Dream . 

Geklickt   einmal durchs Programm von Northern Lighting. Den Head of Design trifft man ja nicht unvorbereitet auf dem Stockholm Funiture Fair.
Geplant   heute Abend im Murkudis-Store bei der Präsentation von Konstantin Grcics Möbeln für Mattiazzi dabei zu sein.

Sehen wir uns dort für einen funkelnden Wochenendstart?

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GO THERE, LIFE

Hello again!

In den letzten Monaten kam Fahrtgeschwindigkeit auf. Da hab ich mir selbstbewusst erlaubt, mich in aller Stille zurück zu ziehen. Doch nun. Luken auf! Herausgestreckt ins neue Jahr. Das hat zwar nur noch 343 weiße Blätter. Doch es zeichnet sich bereits ab: Zwanzigsechzehn wird ein Meilenstein. Der muss allerdings noch ein Semester auf mich warten. Bis dahin schau ich mir die Welt an: Wien war gestern. Barcelona kommt morgen. Und übermorgen geht’s nach Stockholm.

Weil das zu gute Aussichten auf spannende Reiseberichte sind, leg ich gleich mit dem ersten Tipp los: Wien. WU. Einen Ausschnitt des imperialen Universitätsgebäudes seht ihr oben. Als größter Campusneubau Europas hat er sich in die Bücher der Architekturgeschichte geschrieben, mit der Außenfassade vom größten der sechs Gebäude in mein Wiener Reisetagebuch. An der natürlichen Patina der Rostblechfassade und dem unregelmäßigen Muster, das die  Sonnenschutzklappen bilden, kann man sich nicht satt sehen. Und falls doch, liegt der Wiener Prater nur ein paar Schritte entfernt.

 

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DESIGN

Berlins schönste Fundgruben

Unbestreitbar, ich bin auch einer dieser Jäger nach Orten und Läden, die einem dem Atem rauben. Eben atemberaubend schön sind. Wenn jemand eine nennenswert große und vorzeigbare Fangbeute aufweisen kann, dann ist es Anne von AnneLiWest. Sie scheint in Berlin alle Topspots und Geheimtipps zu kennen. 

Den handfesten Beweis gibt es nun in gesammelter und gebundener Form mit einem Namen, der nicht besser passen könnte: Berlin’s Finest – 50 inspirierende Designläden. In dem dritten Band der Berlin’s Finest-Reihe präsentiert Anne ausgewählte Lieblingsläden in Bild und Text.  Ich habe die 160 Seiten  ja innerhalb von einem langen Nachmittag und zwei Kaffees verschlungen! Anne schreibt Seite für Seite so bildhaft von den Läden und ihren Besitzern, dass ich mich nicht halten konnte. Sie erzählt deren persönliche Geschichten – kleine Anekdoten, die man als normaler “Reinschnupperer” oder stiller Käufer nie zu Ohr bekommen würde. 

Die Konzeption des Buches ist durchweg übersichtlich un doch ab und an mit Überraschungen versehen. Alphabetisch geordnet wird der Leser auf Tour durch alle Läden genommen. Wichtige Infos wie Adresse, Bezirk, Öffnungszeiten und Onlineauftritt werden jeweils auf einem Blick zusammengefasst und Icons zeigen, ob in den jeweiligen Länden eben Möbel, Dekoobjekte oder gar Porzellan/Glas verkauft werden. Außerdem können Shoppinglüsterne mit klarem Beuteziel mit Hilfe des Produktkategorien-Register, welches das Buch abschließt, ihr Fangrevier einkreisen. Unglaublich praktisch! Besonders für alle, die nicht nur auf Besuch in der Stadt sind, sondern hier fest wohnen. Und was sind nun die besagten Überraschungen? Der Flow, von einem schönen Laden zum nächsten zu blättern, wird regelmäßig erfrischt – sei es durch ein spannendes Interview mit “muse store”-Besitzer Jörg Klambt, eine Upcycling-Plädoyer oder eine Übersicht zu Berlins bedeutestens Design Events.

Ich finde ja: Ein toller Überblick über die bunte Kreativszene der Hauptstadt und deren Geschäftsleute! Ein perfekter Guide durch Berlin für Design- und Einrichtungsliebhaber (egal ob Tourist oder  Einheimischer), der dem Wallpaper und Louis Vuitton Guides in Sachen Shopping  durchaus Konkurrenz machen kann. Nur die Buchgestaltung hinkt dem Designpotential des Buchinhaltes weit hinterher. Aber dann doch lieber so: Mehr Sein als Schein.

Berlin’s Finest, 50 inspirierende Designläden
Auswahl, Texte und Fotos von Annemone Schütz
14,95 EUR, Edition Braus, Berlin 2015

www.editionbraus.de
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MUSIC

I am listening to: Summer Happiness

Während ich mit dem Mac zusammen nach Abkühlung lechze, laufen Melodien mit dem so schwer in Worte zu fassenden Oh-wie-großartig-ist-es-zu-leben-Effekt in Endlosschleife. Das ist wie Eis, das nie alle wird. Erfrischend wie die saftigste Wassermelone, die mich mit ihrem Rot  jedesmal kräftig anlacht. Wie eine Bombe in den türkiesfarbenen Pool und der erste Schluck vom eisekalten Eiskaffee. Sommer, du bist gut. Immer wieder. Immer noch.


Cold War Kids – First
Steaming Satellites – Witches
Talking To Turtles – Passenger Seat
Will Rutherford – Narrow
Talking To Turtles – Safetyville
Portugal. The Man – Share With Me The Sun
The 88 – How Good It Can Be
The Spinto Band – Shake It Off
Woodlock – The Garden
Porugal. The Man – Sleep Forever
Tom Rosenthal – Watermelon Cage
The Elephant – Cigarette Daydreams

Oder eben alles zusammengefasst unter dem besagten Melodiengefühl: Summer Happiness.

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DESIGN, INTERIOR

Wunschkonzert am Arbeitsplatz

Endlich Semesterende! Endlich Zeit, um sich wieder an mehr Orten als am Schreibtisch oder in der Werkstatt aufzuhalten. Dabei hat die Zeit mich einiges gelehrt. Wegen dem Mix aus halbprovisorischen Wohnen am Studienort und Wochenendleben in der Hauptstadt, hab ich durchlebt, wie ineffizient ein halb eingerichteter, undurchdachter Schreibtisch sein kann. Wie nervig es ist, wenn das Papier oder die spezielle Schere, die ich akut brauchte, gerade in Berlin statt in Halle war. Ja, Ordnung ist das halbe Leben. Hat Mom immer gepredigt. Die Message habe ich mittlerweile in Eigenerfahrung verstanden und betone: “Besonders auf und um den Schreibtisch!” Eine gute Ausstattung ist dafür unerlässlich. Und da ich den Rückzug nach Berlin antrete, stehen die Wunschpläne für den neuen Arbeitsplatz Dank Eigenerfahrung schon felsenfest: 

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 Werkelbank Gerade bei so vielseitigen Aufgabenbereichen, die ich als Designer im Gestaltungsprozess durchlaufe, muss auch der Tisch viel mitmachen können. Ausreichend Länge für große Papierbahnen macht genauso dankbar wie verstellbare Beinhöhen, wenn man an Modellen doch einmal lieber stehend arbeiten möchte. Eine weiße Tischplatte ist bei mir ein Muss – schnelle Work-in-Progress-Fotos sehen mit weißem Untergrund halt ästhetischer aus. Deshalb hat sich schon lange bei mir der Schreibtischklassiker schlechthin in meine Wunschliste eingebrannt: Egon Eiermanns Tischgestell 1 klingt nicht nur sachlich-funktional, er ist es auch. Und seitdem ich bei Dr. Walter Scheiffele zu Besuch war, dort seinen Eiermann als Esstisch umfunktioniert vorfand, schätze ich diesen Klassiker noch mehr für seine Flexibilität.

 Setz dich Die Mehrheit hat den Dreh-Bürostuhl für sich entdeckt. Ich hingegen weigere mich strikt gegen Rollen an der Beinkonstruktion. Meine Sitzgelegenheit am Arbeitsplatz muss bequem und standhaft zugleich sein. Stefan Diez’ 404 mag ich wegen seiner unkonventionell-ästhetischen Frische sehr. In Thomas Benzens Entwurf COVER fand ich jedoch einen Formverwandten, der noch eleganter daher kommt und Dank Textilcover und Armlehnen zugleich mehr Komfort verspricht.

 In Reichweite  Nichts ist zeitaufwendiger und nervenzerreibender als ganz dringend spezielle Materialien oder Werkzeuge zu suchen. Griffbereit heißt der Idealzustand. Seit dem Artikel über Lochplatten im Houzz-Magazin, bin ich hin und weg von dem Umzug des Handwerker-Items in das Arbeitszimmer! Am besten eine Variante,  die durch anklemmbare Werkzeughalter und Ablagen ergänz werden kann. Statt Hammer und Schraubenzieher stecken bei mir dann Cutter, Zangen, Stricknadeln & Co.

 Ticktack Gerade in kreativen Prozessen verliert man sich gerne mal im Tüfteln und Tun. Dann schreibt man unbemerkt 1,5 Stunden an einem Text, für den ursprünglich nur 30 min eingeplant waren. Oder mein Perfektionismus treibt Photoshop- und InDesign-Aufgaben bis ins Unendliche. Um mich nicht in Unnützem zu verlieren und einfach effizient zu bleiben, habe ich mir im letzten Jahr den regelmäßigen Blick auf die Uhr antrainiert. Wenn man noch im Zeitfenster liegt, ist es umso schöner, dass von einer Uhr wie PICTO von den Designern Steen Georg Christensen und Erling Andersen gesagt zu bekommen. So funky cool wie ihr Äußeres kann es mit dieser Botschaft beim Arbeiten weitergehen.

 Müllschlucker  Nicht jede Idee ist es wert, umgesetzt zu werden. Das Verwerfen im Kopf geht bei mir Hand in Hand mit dem physischen Ausmisten. Jedes zerknüllte Blatt, jeder Wurf in den Papierkorb – eine kleine Befreiung und Startschuss für bessere Ideen. Konventionelle Papierkörbe aus Draht oder Plastik sind nichts für meinen Materialästhetik-Splin, den mir der Textil- und Oberflächen-Bachelor eingeflöst hat. Die Ordnungstüten aus einem Zellulose-Silikon-Gemisch von MAGAZIN sind im Gegensatz dazu haptisches Balsam. Schließlich krönt der Gedanke “Papier gehört zu Papier” den Fakt, dass sich die Ordnungstüten bei 30°C waschen lassen. Für den Fall, dass die Wasserfarben auf dem Papier doch noch nicht richtig trocken waren …

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Hab ich eurer Meinung nach etwas Essentielles vergessen, das das Arbeitsleben umso einfacher macht? Oder habt ihr noch bessere Tische, Stühle und Ordnungshüter im Kopf?

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FOOD, GO THERE

Berlin: Haferkater

Wer sich noch an das Grød in meinen Kopenhagen-Tipps erinnert oder ab und an bei mir auf Instagram vorbeischaut weiß, dass ich ein absoluter Porridge-Liebhaber bin. Was im Deutschen recht unappetitlich klingt (ich schreib es extra kleiner: Haferbrei oder auch Haferschleim), landet bei mir Morgen für Morgen auf dem Frühstückstisch. Viele verbinden damit einen wässrigen Brei; ich kenne Porridge aber in erster Linie cremig und  unendlich vielfältig im Geschmack – Dank Mehrkorn-Flocken, Sojamilch und Toppings von Obst, Sojajoghurt, Spreads, Nüssen bis Samen. Genau deshalb ist es bereits so lange mein Jeden-Morgen-Frühstück, dass ich mich nicht einmal mehr an den ersten Tag der Porridge-Reihe erinenrn kann.

Kein Wunder, dass es für uns kein Halten gab, als der F-Mann über den Galileo-Beitrag vom Haferkater erfahren hat. Porridge, der nur mit Wasser zubereitet und dennoch überaus cremig sein sollte, mussten wir probieren.

In der Tat! Die Kater, so nennt Inhaber Leandro Burguete seine Porridgeportionen, haben eine sehr cremig-breiige Konsistenz und im Vergleich zur Milchvariante eine stark ausgeprägte Textur. Ein Geheimnis um die Rezeptur macht Burguete aber nicht. Denn Porridge auf Wasserbasis ist in Schottland seit jeher ein “Armermannfrühstück” und besteht eben nur aus zwei Zutaten: Haferflocken und Wasser. Den überraschend cremigen Charakter erzielt Burguete, indem er den Hafer in einer Mühle zu weichen Flocken stampft und ihn dann anröstet, bevor das Ganze aufgekocht wird.

Eine wahre Kraftquelle wird der Porrdige durch Toppings wie die exotische Mischung aus Cranberries, Maul- und Gojibeeren mit Waldhonig, dem Nussmix mit Ahornsirup, Obstsalat oder Schokoladenabrieb.  Zwar sorgen die zahlreichen Ballaststofffe im Porridge für ein lang anhaltendes Sättigunggefühl. Die kleinere Portion Kater als einziges Morgenmahl reicht dafür trotzdem nicht aus. Für den durchschnittlichen Esser ist es eher als Porridge to go-Variante anzusehen. Wer also ein ausgiebiges Frühstück im Haferkater plant, sollte besser zur größeren Portion greifen oder sogar zwei davon bestellen. Außerdem ist noch eines unbedingt zu beachten: der Wetterbericht! Gemütlich eins zwei Stündchen sitzen, kann man dort nämlich nur am statt im Haferkater. Oder mit anderen Worten Orten: Outdoor heißt das Motto! Und das lässt sich mit einer guten Portion Sonnenschein im Gesicht dann doch am besten ausleben.

Haferkater
Boxhagener Str. 76-78
10245 Berlin

Mo – Fr 8:00 – 18:00 Uhr
Sa – So 9:00 – 18:00 Uhr

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DESIGN, INTERIOR

Zum Rumkullern schön: Filzkugelteppiche

Bisher tauchten vor meinem inneren Auge Bilder von Hippis mit Dreadlocks oder Kinderbasteln auf, wenn ich an Filz dachte. Farbenfroh, naturverbunden und verfusselt. Unter diese Assoziation mischt sich die Erinnerung an meinen eigenen Filzversuch – der erste und letzte zugleich. Denn das Geduldsspiel aus nicht endendem Einstechen mit einer Filznadel in ein kleines Wollbündel war einfach kein Handwerk für jemanden Ergebnisorientierten wie mich. Umso sprachloser war ich, als ich zum ersten Mal einen ganzen Teppich aus Filzkugeln sah. Kugel an Kugel: Was für eine beeindruckende Handarbeit! Was für eine geordnet rhythmische Struktur! Da zieh ich den Textildesigner-Hut.

Die Herstellung eines Filzkugelteppichs ist Handwerk- und Kunstwerk zugleich. Echte Schurwolle wird gekämmt und eingefärbt. Die Kammzüge, so nennt man die losen Wollstränge, werden portioniert und zu kleinen Kugeln durch Nassfilzen verdichtet. Schließlich werden bis zu 5000 dieser kleinen Kullern wie Perlen zu einem Teppich aufgefädelt. Klar, dass so aufwendige Produktionen in Billiglohnländer verlagert werden. Doch entgegen den gewohnten Berichten kann die Arbeit dort auch fair ablaufen. FilzKugelTeppiche ist da ein Paradebeispiel: Deren Filzschönheiten werden in Nepal produziert, doch die Mitarbeiter überdurchschnittlich entlohnt und ihnen ermöglich, auch von zu Hause zu arbeiten. Homeworkshop quasi.

 

Die wortwörtlich geballte Ladung innerer Schönheit strahlt natürlich nach Außen. Wie in einer Bienenwabe schmiegt sich Kugel an Kugel und ergibt eine atemberaubende Struktur. Die kann sich nicht nur sehen lassen, sondern auch erspüren. Es fühlt sich wie eine sanfte Massage an, wenn man auf den Filzkugeln steht. Für dieses haptische Erlebnis, mache ich ab und an Umwege durch die Wohnung, um nur ein weiteres Mal darüber laufen zu können.  Ihr merkt: Ich bin verliebt in meinen runden Filzteppich in Dunkelgrau. Und selbst unsere Gäste zieht der textile Kreis mit Optik und Haptik in seinen Bann.

Immer noch SOS
Die Erdbeben im Himalaya von April und Mai diesen Jahres sind bei uns längst vergessen. Die Menschen dort, darunter auch Frauen und Männer, die diese Filzkugelteppiche herstellen, kämpfen aber immer noch mit dem tragischen Verlust von Familienangehörigen und die große Verwüstung; die ehe schon müheseligen Wiederaufbauarbeiten werden von Monsunregen erschwären. FilzKugelTeppiche hilft seinen nepalesischen Mitarbeitern  ihr Leben mit finanziellen Mitteln – wie es eben aus der Ferne am besten geht – neu aufzubauen. Wer das ebenso gut findet, kann die Bemühungen direkt über eine Paypal-Spende (an payments@feltballrug.com) oder über das Rote Kreuz unterstützen.

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Dieser Post ist eine Kooperation aus Überzeugung.

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