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Schrecklich leckeres Farewell: Feldsalat mit karamelisierter Birne

Die letzten Lagerbirnen verschwinden aus unserem Bio-Markt. Ein Abschied mit lachendem wie weinendem Auge. Birnen-Adé tut weh, heißt aber so langsam Sommer Juché! Bis das Wetter das endlich auch mal einsehen möchte, gibt es noch einmal diesen Feldsalat mit karamellisierter Birne. Das perfekte easy peasy Rezept, wenn die doch zu lange rum lagen. Nach einer Runde in der Pfanne mit Rohrzucker-Regen entlocken sie in Kombination mit Feldsalat und intensiven Feta ein Mmh nach dem nächsten. Mmmh. Mmmmmh. So gut, dass man sich fast wieder auf Spätsommer  und die nächste heimische Birnenernte freuen kann.

 

ZUTATEN
1 Birne
50 g Feldsalat
Brat-Olivenöl
1 Prise Rohrzucker
30 g echter Feta
1 EL Zitronensaft
Crema di Balsamico
Salz
Pfeffer

 

SO GEHT’S
1. Die Birnen waschen, vierteln und entkernen. Dann in hauchdünne Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit etwas Brat-Olivenöl (bitte unbedingt darauf achten, dass es hocherhitzbar ist!) schwenken. Das ganze mit einer guten Prise Rohrzucker versüßen und weiter andünsten bis die Birnenscheiben leicht golden und butterweich geworden sind. Währendessen den Feldsalat waschen und trocknen.
2. Salat anrichten, mit den Birnenscheiben bestücken und den Feta darüber zerkrümeln. Mit etwas Salz und Pfeffer würzen, den Zitronensaft darüber geben und zu guter Letzt mit etwas Creme di Balsamico eine Sekunde lang Jackson Pollock spielen.

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Colour Love: Lavendel ist das neue Rosa

Rosé Quarz. Warmes Nude. Apricot. Ihr wisst, welchen Farbton ich meine. Den, der seit ein paar Jahren schon überall im Bereich Interieur und Fashion herumkursiert und alle Lifestyle-Herzen höher schlagen lässt. Ja, ich bekenne mich: Auch ich hatte von Anfang an einen Crush für diese Farbe. Doch so langsam glaube ich, dass es Zeit für einen neuen Farbbeat ist. So angetan vom noch frischen Frühling und den Waldveilchen, die ich letztes Wochenende aus dem Brandenburger Wald abgeerntet hab, weiß ich auch schon, was es werden kann: dieser zarte, luftigleichte Lilaton. Helles Flieder. Zartes Lavendel. In meinen Augen sieht das so frisch und unverbraucht aus. Wie Hochfrühling. Falls es den Begriff gibt.

Na, eine passende Limo zur Lavendelliebe gibt es jedenfalls: Cucumis hat nach der Gurken- nun die Lavendel-Brause herausgebracht. Sieht so schön aus, dass man sich kaum traut den Flaschenöffner anzusetzen. Doch nur Mut. Eiskalt gibt es kein erfrischenderes Getränk, mit dem man besser in einen relaxten ersten warmen Frühlingsabend starten kann. Trifft der wohl portionierte Lavendel-Duft auf Nase und Geschmacksknospen, bin ich in Gedanken sofort bei Lavendelsauna und einem heißen Bad im Winter. Da schaltet mein Körper auf Entspannung. Als Leckerli dazu sind karamellisierte Veilchen die Empfehlung des Hauses. Im Farbrausch haben F und ich einfach 100 ml Wasser mit 50 g Zucker vermischt und leicht erhitzt, bis einiges vom Wasser verdampft und ein dicker Sirup entstanden ist. Die Veilchen darin kopfüber getaucht. Et voila – fertig war der süße Moment. Aber Achtung: Den gibt’s nicht mehr lange zum Nachmachen. Die Veilchen-Zeit ist in ein paar Tagen vielleicht schon wieder vorbei. Falls ihr es nicht schafft, hab ich noch ein paar andere luftig leichte Lavendeltöne entdeckt:

Atmosphere von Daan Spanjers. Erinnert an die neuen Uhren von IKEA, ist aber der poetischste Wallhanger aller Zeiten, der verschiedene Tageslichtphasen einfängt.

Nein, kein Blaubeere. Kein Lavendel. Kommt ehe keiner drauf: Dieses verzückende Eis besteht aus Ube, der lilanen Yamwurzel. CEREAL weiß da mehr.

Wallpaint ‚Lake Aviemore‘ von Dulux.  Zeit, für Sommeranfang und ein bisschen Geometrie an den Wänden.

Die 4 / 9 aus der Papierfotoserie ‚The Baertling Wannabevon Carl Kleiner, einer meiner Helden unter den Stillleben-Fotografen.

Das T-Blanket aus meiner FROM:TO Kollektion.

Für die erste Outdoor-Party des Jahres: Paper Balls ° von Miss Etoile und dazu dieses gläserne Duo° 

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Von Still-Bluse bis Kinderbett: Der Mama Styleguide

Das Wetterhoch der letzen Woche hat mich jeden einzelnen Tag rausgelockt. Wie kann man auch anders, wo wir so lang auf Sonnenschein am Stück gewartet haben. Das dachten sich eine Menge Berliner und quetschten sich auf den letzten grünen Zipfel auf der Parkwiese. Darauf hab ich verzichtet und mich stattdessen unter die Mütter von Prenzelberger oder Mitte Spielplätzen gemogelt. Der Szenewechsel war spannend. So einiges lief mir dort vor die Nase. Babys, die komplett eingehüllt in Tragetücher hin- und her geschuckelt wurden, wo ich beim Anblick schon seekrank wurde. Ein Toddler-Mädchen, das sich stundenlang ganz allein mit einem Bobbycar bei Laune halten konnte. Mütter mit Filztaschen und solche, die selbst mit Schwangerschaftsbeule und Kleinkind an der Hand eine Ausstrahlung an den Tag legen, wo ich mit zugespitzten Augen überlegen musste, wer da mehr strahlte: Die Sonne oder diese sympathische Frau vor Mutterglück. „Wie schaffen die das?“, frag ich mich da, noch weit entfernt vom Mommysein, aber mit bewundernder Neugier. Was sind die ganzen Tricks gegen Möhre-Pastinake-Breiflecken auf dem Top und so tiefe Augenringe, als hätten die kleinen mit dem dicksten Edding einmal unter Mamas Lid einen Halbkreis gezogen? Eine Hand voll Antworten kamen prompt per Post in meinen Briefkasten geflattert. Schön bebildert von meiner Foto-Heldin Jules, wohl sortiert und gut bebunden – im coolsten Mamabuch, das mir je in die Finger gekommen ist.

Auch wenn der Untertitel etwas mehr verspricht, ist nach zwei Lesennachmittagen klar: Im Mama Styleguide dreht sich in erster Linie alles um Mode. Oder besser: Was Mama im Spagat zwischen Kinder, Haushalt und Karriere daraus machen kann. Das Resultat ist Dank Mom-Blogs natürlich kein Novum mehr: Die Mamas von heute tragen Outfits, bei denen Alltagstauglichkeit und Stilbewusstsein in Symbiose miteinander treten. Outfits, die ein selbstbewusstes Mutterbild der neuen Generation proklamieren. Alle 20 Portraits im Buch bezeugen das – aber auf ihre Weise. Darum ist der Styleguide weder Fingerzeig noch Rezeptbuch für gutaussehende Mütter, auch wenn Modejournalisten die Tricks der Supermamas zum Nachmachen gut zusammenfassen.  Eher ist der Guide ein Sammelwerk an Schlüssellochmomenten. An kurzen Einblicken in das einzigartige Familienleben 20 ganz verschiedener Müttern, die ihren persönlichen Weg gefunden haben, mit Herausforderungen im Alltag umzugehen und Elternglück auszukosten. Aus all dem darf man sich die passenden Rosinen herauspicken und sich fürs eigene Mamaleben inspirieren lassen.

Ab der Mitte des 220 Seiten schweren Wälzers begibt man sich als Leser auf anderes Terrain. Genauer: in das Zuhause von fünf Mamas und ihren Familien. Man ist Seite für Seite Gast mit neugierigen Augen und erfährt hier und da praktische Tipps für kindertaugliches Wohnen (Stichwort: Flecken auf dem Sofa oder Spielzeugexplosionen). Eines der Interiors war mir besonders vertraut: die Dreizimmerwohnung der F-Schwester. Ja, so wohnen Marie und Junio. Und deshalb kann ich sagen: Was im Styleguide zu sehen ist, ist authentisch. Kein extra Schöngeschminke für die Kamera, nur ein Lächeln.

Zu guter Letzt empfehlen Janine und Jules noch beeindruckende Shops, Blogs und Instagram-Accounts. Ob die in ein paar Jahren noch interessant sind, wenn man den Guide mal wieder aus dem Regal zieht, bleibt fraglich. In jedem Fall sind es die wissenswerten Tipps für werdende Mütter, die Janine im Buch Wasserfarben-illustriert verteilt. Und zum Glück sind sie es nicht nur heute, die Tipps werden es auch noch übermorgen bleiben. Deswegen, aber vor allem weil die Autorinnen den Spaß am Leben mit Kind so wunderbar einfangen: Den Mama Styleguide verschenke ich gleich zur nächsten Babyshower. Endlich ein cooles Geschenk statt nur olle Windeltorten und peinliche Nippelcreme.

 

Janine Dudenhoffer (Text) und Jules Villbrandt (Fotos)
Der Mama Styleguide – Mode-, Wohn- und Lebensstil mit Kind
Knesebeck Verlag . 2016

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Gut gesagt: Liebevoller Spiegelblick

„Ich träume davon, dass wir uns alle mit mehr Großzügigkeit und mit Liebe zur Andersartigkeit betrachten können.“

Das las ich eben von Schauspielerin Rosalie Thomass im letzten ZEIT Magazin (Nr. 14, S. 35) zum Thema stereotype Frauenbilder und – ideale. Dort hat sie verraten, dass sie beim morgentlichen Blick in den Spiegel manchmal denkt: „Oh Gott, wie siehst du denn aus!“. 


Ich ertappe mich in letzter Zeit selbst dabei, wie ich andere Frauen beobachte. Sie spazieren an mir auf der Straße vorbei und ich bleibe mit meinen Augen an ihnen kleben. Analysiere ihre Gestalt und das, was sie kleidet. Ich bewundere sie: ihre Aura, die fließenden Handbewegungen oder auch den irre strengen „What ever“-Blick. Zu Hause lese ich über selbstständige Moms, deren Erfolg scheinbar nicht ein Fünkchen dem Familienglück Abbruch tut. Ja, da werde ich auch ohne eigene Familie ein wenig neidisch. Neidisch, wie ich darauf bin, mit welchem Selbstvertrauen und rotzfrecher Eleganz Nike Jane Socken in den schlimmsten Gucci-Schuhen (abgesehen von dem Korallrot) durch Berlin trägt. In solchen Momenten bin ich – wie vermutlich viele andere weibliche Beobachter – irre fasziniert und zugleich voller brodelnder Gedanken. Ja, in mir fängt es dann tatsächlich an zu kochen, weil in solchen Momenten kurzer
Weib-zu-Weib-Blicke unausgesprochene Fragen  rüber auf die andere Straßenseite oder die rosane Homepage schwirren:  Würde ich jemandem, so wie ich jetzt heute hier und jetzt bin, auffallen? Was bitte machst du, um das zu haben, was du hast, und auszusehen, wie du aussiehst? Brauche ich auch Tamtam und Socken in offenen Schuhen? …
Ich bin von mir selbst überrascht. Denn ich weiß: Das sind verflixte Fragen, die wir im Mariannengraben versenken sollten. Lasst uns endlich die Thomass’sche Brille aufsetzen, durch die wir uns selbst ungeschminkt mit mehr Liebe zum eigenen Sein und Eigensein anblicken können. Weil nur dem Zufriedensein mit uns selbst die edelste Form von Attraktrivität entspringt. So is’es, so schmalzig es auch klingt.

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Last-Minute-Ostereier

Kaum zu glauben, da ist es in nur wenigen Tagen schon wieder Ostern. Gefühlt war es bei uns nämlich schon seit Anfang Februar. Seit die Ergebnisse zweier DIYs für Houzz unseren Esstisch zierten. Mittlerweile wieder verschwunden – Strauß samt Anhänger und Färbeeiern als auch die österliche Stimmung – wird es Zeit, zum Fest wieder aufzutischen. Also her mit einem superschnellen DIY für frisches Osterfeeling. Meine Highspeed-Empfehlung: Eier mit Nagellack marmorieren! Das geht nicht nur in Windeseile, sondern funktioniert mit Materialien, die ehe zu Hause rumkullern. Das Allerbeste: Die Deko passt zum Fest perfekt zu den Fingernägeln. Oder vice versa… 

WAS DU ALLES BRAUCHST 
• Nagellack (Psst: Das ist die Gelegenheit weniger geliebte Farben
endlich aufzubrauchen und sich neuen zu kaufen. Hehe)
• weiße Bio-Eier, bereits hart gekocht
• altes Einwegglas oder Plastikbecher
• Einweghandschuhe
• Stäbchen zum Umrühren
• Stecknadeln
• ggf. Nagellackentferner

 

UND SO GEHT’S  
1. Als erstes füllst du dein Gefäß mit Wasser voll. Das muss ziemlich genau Raumtemperatur haben, damit dein Nagellack auf der Wasseroberfläche halten bleibt. Nun kannst du Nagellack auf die Wasseroberfläche tropfen lassen. Umso mehr Tropfen es sind, umso intensiver wird die Farbe später auf dem Ei.
Schnell sein, lohnt sich: Lass zwischen den einzelnen Tropfen nicht allzu viel Zeit, sonst kühlt der Nagellackfilm zu schnell aus. Wennd as passiert, kannst du nicht mehr den Lack mit dem Stäbchen zu verrühren, um den Mamoreffekt zu erzeugen.
2. Gib nun behutsam das gekochte Ei vorsichtig ins farbenfroge Wasserbad. Ganz von selbst wird sich der Farblack um das Ei legen und dir einen hübschen Mamore-Effekt bescheren. Den kannst du vollends bestaunen, wenn du es aus dem Gefäß angelst. Und hierbei nie, aber auch niemals die Handschuhe vergessen! Sonst brauchst du nach diesem schnellen DIY dringend ein Handbad aus Nagellackentferner.  

3. Die nassen Eier lässt du schließlich auf einer cleveren Nadelstütze trocknen. Dafür steckst du –  am besten schon vor dem Färben – einfach pro Ei vier Stecknadeln im Recheck auf halber Länge in die Eierpappe. Falls deine Nadeln sehr dünn sind und schon mit leichtem Druck in die Pappe reinrutschen, kannst du einfach etwas Altpapier in das Innere der Eierpappe stopfen.

Et voilà! So schnell ist ein farbenfroher Ostergruß für die Tafel gezaubert. Bei uns ligen sie in einer meiner Porzellanschalen – in bester Gesellschaft von den Betoneiern, die ich vor zwei Jahren gegossen hatte. Wenn die mamorierten Schwestern nicht bis Sonntag aufgenascht sind, werden sie beim traditionellen Eiertrudeln den Berg runter rollen und mir hoffentlich den stylishsten Sieg ever holen.  

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I am listening to: Hello Spring

Gestern war er da. Präsent mit jedem Sonnenstrahl, der auf meine neue Sonnenbrille traf. Berlin wacht wieder auf, geht raus, wird quick fidel. In Ode an das traumhafte Wetter gestern, sing ich Hello Spring! Passend zur Jahreszeit, fängt’s schleichend an und blüht nach und nach auf.  Kaum zu überhören:


Agnes Obel – Just So
CocoRosie – Lost Girls
Charity Children – You Want Me
Mirah – Sweepstakes Prize
Sample Answer – Good Boy
Broncho – Class Historian
Is Tropical – Dancing Anymore

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Sleep well: Retrome Barcelona

Vielleicht drei Mal sind wir das Straßenende auf und ab gelaufen. Drei Anläufe um die Eingangstür zu unserem Hotel zu finden. Sie sah einfach zu normal aus. Keine Drehtür, die in die Lobby geführt hat. Kein überdimensioniertes Logo. Wahre Schätze sind eben nicht einfach zu finden. Das Retrome Barcelona war ein ganz besonderer. Ich hatte ja schon kurz davon berichtet: Es ist alles andere als ein Ableger einer seelenlose Hotelkette; keines, in dem man am Abend direkt im Zimmer verschwindet, um es am Morgen schnell wieder zu verlassen.  Im Gegenteil, das Retrome ist ein Ort, um sich in Barcelona wie zu Hause zu fühlen.

Wir hatten vielleicht das schlichteste aller Retrome-Zimmer abbekommen. Doch das war perfekt. Ich habe es geliebt, unter der Kupferlampe im Stil der Danish Modern aufzuwachen, die Fensterladen aufzuklappen und das Sonnenlicht unser Zimmer durchfluten zu lassen.  Wir blickten auf Palmen, einem zartem Apricot an der Hauswand gegenüber und Rattanstühle in coolem Türkies. Die Kombination hätte nicht besser sein können. Zumal wir sie wunderbar vom Bett aus bewundern konnten, das eine so bequeme Matratze hatte… Zum liegen bleiben oder mit nach Hause nehmen komfortabel.

Unübersehbar, das Retrome ist ein Ort, um sich in der Fremde zu Hause zu fühlen. Jedes Detail sorgt dafür. Von den Fliesenspiegeln, dem kleinen Ferrari California Modell oder den gepolsterten 70er Kleiderbügeln wie bei Omma. Frische Blumen auf dem Tisch, ein riesiger Kühlschrank und freier Zugang zur Siebträgermaschine. Ja schon allein im Retrome anzukommen: Man schleicht die schmale Treppe von der Haustür ins erste Geschoss hinauf, um die Hoteltür aufzuschließen, als wäre es die zum eigenen Apartment. Drinnen angekommen steht man im Herzstück des Retromes, einem großzügigen Loungebereich mit maigrünem Sofa, lauter Vinyl zum Selbstauflegen und vor allem eines: beeindruckende Wand- und Bodenfliesen. Wie mir Retrome-Gründer Monti Erdeapel verriet, handelt es sich um Andalusische Fliesen. Mit denen lies der Bauherr, ein Andalusischer General, der wegen seiner Katalanischen Frau nach Barcelona zog, ein Stück Heimat in das Jugendstilhaus einbauen. Als Erdeapel die Etage übernahm, um daraus das Retrome zu machen, war von diesen bunt gemusterten Schätzen noch nichts zu ahnen. Erst während der ausgiebigen Sanierungsarbeiten legte man unerwartet die einzigartigen Keramiken frei. 

Nicht nur in der Lounge, dem damaligen Hauptgästezimmer des Paares, sondern auch in allen Hotelzimmern tauchen die Fliesen wieder auf. Als Erdkabel sie entdeckte,  stand sofort fest, deren geschichtsträchtigen, warmherzigen Charme zum Hotelkonzept zu machen. „Wir wollten den Zeitmaschineneffekt, den die Fliesen und ihre Geschichte bei uns ausgelöst hatten, weitertragen“, plauderte Erdeapel weiter, „Wir wollen unsere Gäste ein wenig Zeit reisen lassen – wenn sie schon an einen anderen Ort reisen.“  Und so stürmte das Interior-Team durch Flohmärkte und Sammlerstuben in Amsterdam, Rome and natürlich Barcelona, um Vintage Möbel und Wohnaccessoires zu finden, die heute das nostalgische Feeling vom Retrome perfekt machen. Meine Favoriten:  der alte Klappkalender über dem Kühlschrank, die knallroten S43er von Mart Stam und der farblich passende Crosley natürlich.  

Genug geschwärmt. Am besten ihr macht euch selbst ein Bild und steigt bei der nächsten Barcelona-Reise dort ab. Oder holt euch den Flair ins eigene Zuhause.


Retrome Barcelona – Urban Retreat
Carrer de Girona 85
ES-08009 Barcelona

  

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Bello, bella: Das Beste aus Barcelona

Die grauen Tage haben mir langsam zu viel aufs Gemüt geschlagen. Ich hatte meine Vitamin D-Tabletten satt und wollte wieder echte Sonne sehen. Wie gut, dass meine Freundin A gerade in B wie Barcelona wohnt und mir von den frühlingshaften Temperaturen um die 20°C (im Januar !) vorgeschwärmt hat. Schwups war der easyjet-Flug in die katalonische Hauptstadt gebucht. Drei volle Tage, A als idealen Ratgeber für Insider-Tipps und natürlich den Mann im Gepäck – perfekte Voraussetzungen für ein ebenso perfektes Wochenende. Und das war es. Auch wenn ich gern noch zwei drei Grad Celsius mehr gehabt hätte. Na jedenfalls, kommen hier meine heißesten Tipps für Barcelona, mit denen ihr – abgesehen vom Wetter – eine City-Genussgaranie habt:

ÜBERNACHTEN 
Ich hatte es bei AnneLiWest entdeckt, mich sofort verliebt und musste dort unterkommen: Das Retrome Barcelona ist anders als alle anderen Hotels, die man in Barcelona findet. Statt auf den Trend aufzuspringen, bei dem alle Hotel Interiors wie solche in Skandinavien aussehen, ist das Retrome ein Hotel, das zur Stadt passt, in der es auch liegt. Cooles Vintage-Design mischt sich hier mit einer Prise katalonischen Flair aus bunten Musterfliesen, Stuckdecken und familiärer Atmosphäre. Heraus kommt ein grundsympatisches Hotel mit Zimmern, in denen man den ganzen Tag verbringen könnte. Details kommen bald, sehr bald.

Retrome Barcelona – Urban Retreat
Carrer de Girona 85
ES-08009 Barcelona

 

 

CAFÈS ZUM NIEMALS-WIEDER-RAUSGEHEN-WOLLEN 
Nachdem wir gegen 10 Uhr in BCN gelandet waren, hatten wir mächtig Hunger auf ein richtig gutes Frühstück. Das Café Federal hätte dafür nicht besser sein können: Es lag schön nah an einer der drei Haltestationen vom Aerobus, der selbst die Barcelonès (so nennen sich die Einwohner Barcelonas) am günstigsten und bequemsten downtown bringt. Außerdem ist das Federal ganz nach meinem Geschmack – in doppelter Hinsicht: Denn das kulinarische Angebot lässt sich sehen (Schaut euch nur dieses Ricottabrot mit Honig, Zitronenabrieb und Basilikum an!). Genauso wie das – ich geb’s ja zu – eher skandinavisch angehauchte, moderne Ambiente. Wortwörtlich obendrauf gibt es noch eine Sonnenterasse, von der man einen guten Blick ins Kiez hat. Es lässt sich also erahnen: Das Féderal ist beliebt. Solltet ihr dort keinen Tisch mehr ergattern, geht einfach die Straße weiter runter. Carrer Parlament ist die „Hipster Brunch Straße“, wie A sie so schön gesagt hat.

Federal 
Carrer Parlament Fortuny 39
ES-08015 Barcelona

Seid ihr gerade im Stadtteil um den Uniplatz und das Museum für Gegenwartskunst unterwegs? Dann macht unbedingt eine Kaffeepause im Caravelle. Überhaupt, trinkt Kaffee und noch mals Kaffee. In Barcelona kostet der Wachmacher so gut wie nichts.

Caravelle 
Carrer Pintor Fortuny 31
ES-08001 Barcelona

 

 

ANTI-GAUDI-SIGHTSEEING 
Sorry, auch wenn das die meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Barcelona sind – es ist irgendwie nicht meine Ästhetik. Deshalb haben wir die Gaudí-Bauten und Plätze einfach übersprungen und uns den (wie wir finden) wirklich sehenswerten Kulturschätzen zugewandt. Erste Station war hier der Parc de la Ciutadella, der mit seinem Brunnen, der Drachenburg und viel Grün als prunkvolle Oase strotzt und inmitten der Stadt für Schatten und Erholung sorgt. Von dort aus sind wir östlich Richtung Strand geschlendert. Am Peix, dem Goldfisch von Frank Gehry,  dann barfuss im Sand weiter bis zur Skultur L’Estel de Ferit von Rebecca Horn.

Stadtspaziergang Nr°2 startete im sonnendurchfluteten Jardine de Rubió i Lurch, dessen Bäume bereits mit Orangen prall gefüllt waren. Nicht dort, aber im Parc de la Ciutadella haben wir heimlich welche stibitzt. Mit bitterer Ausbeute: Barcelonès wissen, dass man mit Bitterorangen Fruchtdiebe abschreckt. Lektion gelernt. Weiter zum Museum d’Art Contemporani. Auf dessen Vorplatz tobt das Leben. Der gehört der Skaterszene – als Fußgänger fühlt man sich hier wie ein störender, gefährdeter Fremdkörper. Deshalb sind wir ins CCCB geflüchtet und haben uns in die Sonderausstellung HUMAN+ gestürzt. Oh, diese Ausstellung! Ich kann sie euch wärmstens ans Herz legen, solltet ihr bis zum 10.April 2016 noch nach Barcelona kommen. Sie zeigt künstlerische Auseinandersetzungen und zukunftsträchtige Ansätze aus den Gebieten Produktdesign bis Chirurgie, die uns in Überlegungen versetzen, wie wir als menschliche Spezies zukünftig geschaffen sind, leben, arbeiten, wohnen. Faszinierend und stellenweise sogar abschreckend. Aber macht euch selbst ein Bild. Und noch ein Tipp: Legt eure Museumsbesuche auf Sonntag Nachmittag. Ab 15 Uhr gibt’s freien Eintritt!

 

 

SHOPPING & DESIGN
Barcelona ist unter Designern mächtig im Aufwind. Das erste was mir dazu einfällt: Tiny Cottons – ein junges Label mit cooler Kids Fashion, für die ich am liebsten schrumpfen würde. Die stylischen Muster und feshen Cuts könnt ihr im Concept Store in der Rambla Catalunya 31 bewundern  – und natürlich shoppen.

Falls ihr auch im Retrome absteigt, braucht ihr nur einmal um die Ecke gehen. Dort in der Aragó 316 liegt der Showroom von Kettal, dem namenhaften Hersteller für Outdoor Furniture. Als BA-Textildesigner habe ich natürlich ein ganz besonderes Auge für die Einbettung strukturierter Oberflächen und Gewebe im Möbelsegment. Hut ab! Kettal schafft es so Gartenmöbel, die durch ihr witterungsresistentes Material sonst eher unsexy daher kommen, endlich mit Pepp und Spaß am Draußensein zu versehen.

 

 

GENÜSSLICH ESSEN
Wir wollten’s gern gemütlich und lokal. Und haben zwei tolle Restaurants gefunden, die auch ohne Chichi überzeugen. Nr°1: Das L’Antic Bocoi del Gòtik, eine Empfehlung von F’s Pa. Zusammengefasst in 3 Wortpaaren: urige Atmosphäre, super sympathischer Service und katalonische Pizzen. Nr°2 ist das Mostassa. In lockerem Interior werden dort überaus bezahlbare Gerichte – – überwiegend vegan oder vegetarisch – aus regionalen Zutaten serviert.  

 

 

UNSERE ZWEI HIGHLIGHTS  
Als wäre das nicht schon genug Input für eine dreitägige Reise, habe ich noch zwei weitere Tipps parat. Aber welche, die keiner missen sollte. Denn sie haben unsere Reise unvergesslich gemacht. Da war zum einen einen der Palo Alto Market, der monatlich auf dem alten Fabrikgelände in der Carrer dels Pellaires stattfindet. Zwischen Backsteinmauern und Kakteendschungel haben wir uns dort von einem Foodtruck zum nächsten gegessen und coole Labels wie Hamabi entdeckt.  

Einen Wow-Moment, so einer, in dem man sich nur sehnlichst wünscht, dass die Zeit stehen bliebt, hatten wir auf dem Bunker del Camel. Ein kleiner Wanderweg führte uns an Kakteen und blühenden Kirschbäumen vorbei hinauf zu den übrig gebliebenen Resten der ehemaligen Luftwaffe-Abwehrstation. Schon die bunten Fliesen, die man im Betonkollos hier und da entdeckt, faszinieren. Auch die gelassene Atmosphäre: Lauter junge Barcelonès treiben sich hier rum, genießen den Sonnenuntergang, als würde das Wochenende niemals enden (wir waren übrigens an einem Montagabend dort). Stimmung wie auf dem Mauerpark. Nur noch viel großartiger. Denn Blick auf eine ganze Stadt, das Meer vor der Nase und Berge im Rücken – davon träumen wir Berliner … und fanden ihn etwa 2000 km südlich. ¡Oh, ja!

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LEBEN & GENIESSEN

Lichtpunkte. Einer nach dem anderen

Gesehen   die amüsanteste und doch absolut realistische Zusammenfassung aller Erwartungen, die an uns Frauen gehegt werden. Floraian Schröder, was bist du ein Frauenversteher
Getan   Unendliches Ankreuzen, um noch besser zu wissen, was ich kann. ➜ Stärkentest
Gefreut   Auf unseren Kurzrip nach Barcelona in zwei Wochen, wo wir inmitten von coolem Retro nächtigen werden. 
Gestrickt   Bobbel an Bobbel ein Bonnet für’s nächste Kind im Freundeskreis 
Genascht   Wo „I wouldn’t put enything else in my mouth“ drauß steht, muss etwas Besonderes drin sein. Ja, Poshcorn ist definitiv die Superlative von dem Klassiker, der an der Kinokasse so unverschämt teuer ist.
Gewünscht   ein Stück von Nendos neuer, sagenhaft gutaussehender Schokolade!
Gekauft   Großes Business Shopping bei Visual Dream . 

Geklickt   einmal durchs Programm von Northern Lighting. Den Head of Design trifft man ja nicht unvorbereitet auf dem Stockholm Funiture Fair.
Geplant   heute Abend im Murkudis-Store bei der Präsentation von Konstantin Grcics Möbeln für Mattiazzi dabei zu sein.

Sehen wir uns dort für einen funkelnden Wochenendstart?

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LEBEN & GENIESSEN, UNTERWEGS

Hello again!

In den letzten Monaten kam Fahrtgeschwindigkeit auf. Da hab ich mir selbstbewusst erlaubt, mich in aller Stille zurück zu ziehen. Doch nun. Luken auf! Herausgestreckt ins neue Jahr. Das hat zwar nur noch 343 weiße Blätter. Doch es zeichnet sich bereits ab: Zwanzigsechzehn wird ein Meilenstein. Der muss allerdings noch ein Semester auf mich warten. Bis dahin schau ich mir die Welt an: Wien war gestern. Barcelona kommt morgen. Und übermorgen geht’s nach Stockholm.

Weil das zu gute Aussichten auf spannende Reiseberichte sind, leg ich gleich mit dem ersten Tipp los: Wien. WU. Einen Ausschnitt des imperialen Universitätsgebäudes seht ihr oben. Als größter Campusneubau Europas hat er sich in die Bücher der Architekturgeschichte geschrieben, mit der Außenfassade vom größten der sechs Gebäude in mein Wiener Reisetagebuch. An der natürlichen Patina der Rostblechfassade und dem unregelmäßigen Muster, das die  Sonnenschutzklappen bilden, kann man sich nicht satt sehen. Und falls doch, liegt der Wiener Prater nur ein paar Schritte entfernt.

 

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Berlins schönste Fundgruben

Unbestreitbar, ich bin auch einer dieser Jäger nach Orten und Läden, die einem dem Atem rauben. Eben atemberaubend schön sind. Wenn jemand eine nennenswert große und vorzeigbare Fangbeute aufweisen kann, dann ist es Anne von AnneLiWest. Sie scheint in Berlin alle Topspots und Geheimtipps zu kennen. 

Den handfesten Beweis gibt es nun in gesammelter und gebundener Form mit einem Namen, der nicht besser passen könnte: Berlin’s Finest – 50 inspirierende Designläden. In dem dritten Band der Berlin’s Finest-Reihe präsentiert Anne ausgewählte Lieblingsläden in Bild und Text.  Ich habe die 160 Seiten  ja innerhalb von einem langen Nachmittag und zwei Kaffees verschlungen! Anne schreibt Seite für Seite so bildhaft von den Läden und ihren Besitzern, dass ich mich nicht halten konnte. Sie erzählt deren persönliche Geschichten – kleine Anekdoten, die man als normaler „Reinschnupperer“ oder stiller Käufer nie zu Ohr bekommen würde. 

Die Konzeption des Buches ist durchweg übersichtlich un doch ab und an mit Überraschungen versehen. Alphabetisch geordnet wird der Leser auf Tour durch alle Läden genommen. Wichtige Infos wie Adresse, Bezirk, Öffnungszeiten und Onlineauftritt werden jeweils auf einem Blick zusammengefasst und Icons zeigen, ob in den jeweiligen Länden eben Möbel, Dekoobjekte oder gar Porzellan/Glas verkauft werden. Außerdem können Shoppinglüsterne mit klarem Beuteziel mit Hilfe des Produktkategorien-Register, welches das Buch abschließt, ihr Fangrevier einkreisen. Unglaublich praktisch! Besonders für alle, die nicht nur auf Besuch in der Stadt sind, sondern hier fest wohnen. Und was sind nun die besagten Überraschungen? Der Flow, von einem schönen Laden zum nächsten zu blättern, wird regelmäßig erfrischt – sei es durch ein spannendes Interview mit „muse store“-Besitzer Jörg Klambt, eine Upcycling-Plädoyer oder eine Übersicht zu Berlins bedeutestens Design Events.

Ich finde ja: Ein toller Überblick über die bunte Kreativszene der Hauptstadt und deren Geschäftsleute! Ein perfekter Guide durch Berlin für Design- und Einrichtungsliebhaber (egal ob Tourist oder  Einheimischer), der dem Wallpaper und Louis Vuitton Guides in Sachen Shopping  durchaus Konkurrenz machen kann. Nur die Buchgestaltung hinkt dem Designpotential des Buchinhaltes weit hinterher. Aber dann doch lieber so: Mehr Sein als Schein.

Berlin’s Finest, 50 inspirierende Designläden
Auswahl, Texte und Fotos von Annemone Schütz
14,95 EUR, Edition Braus, Berlin 2015

www.editionbraus.de
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LEBEN & GENIESSEN

I am listening to: Summer Happiness

Während ich mit dem Mac zusammen nach Abkühlung lechze, laufen Melodien mit dem so schwer in Worte zu fassenden Oh-wie-großartig-ist-es-zu-leben-Effekt in Endlosschleife. Das ist wie Eis, das nie alle wird. Erfrischend wie die saftigste Wassermelone, die mich mit ihrem Rot  jedesmal kräftig anlacht. Wie eine Bombe in den türkiesfarbenen Pool und der erste Schluck vom eisekalten Eiskaffee. Sommer, du bist gut. Immer wieder. Immer noch.


Cold War Kids – First
Steaming Satellites – Witches
Talking To Turtles – Passenger Seat
Will Rutherford – Narrow
Talking To Turtles – Safetyville
Portugal. The Man – Share With Me The Sun
The 88 – How Good It Can Be
The Spinto Band – Shake It Off
Woodlock – The Garden
Porugal. The Man – Sleep Forever
Tom Rosenthal – Watermelon Cage
The Elephant – Cigarette Daydreams

Oder eben alles zusammengefasst unter dem besagten Melodiengefühl: Summer Happiness.

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Wunschkonzert am Arbeitsplatz

Endlich Semesterende! Endlich Zeit, um sich wieder an mehr Orten als am Schreibtisch oder in der Werkstatt aufzuhalten. Dabei hat die Zeit mich einiges gelehrt. Wegen dem Mix aus halbprovisorischen Wohnen am Studienort und Wochenendleben in der Hauptstadt, hab ich durchlebt, wie ineffizient ein halb eingerichteter, undurchdachter Schreibtisch sein kann. Wie nervig es ist, wenn das Papier oder die spezielle Schere, die ich akut brauchte, gerade in Berlin statt in Halle war. Ja, Ordnung ist das halbe Leben. Hat Mom immer gepredigt. Die Message habe ich mittlerweile in Eigenerfahrung verstanden und betone: „Besonders auf und um den Schreibtisch!“ Eine gute Ausstattung ist dafür unerlässlich. Und da ich den Rückzug nach Berlin antrete, stehen die Wunschpläne für den neuen Arbeitsplatz Dank Eigenerfahrung schon felsenfest: 

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 Werkelbank Gerade bei so vielseitigen Aufgabenbereichen, die ich als Designer im Gestaltungsprozess durchlaufe, muss auch der Tisch viel mitmachen können. Ausreichend Länge für große Papierbahnen macht genauso dankbar wie verstellbare Beinhöhen, wenn man an Modellen doch einmal lieber stehend arbeiten möchte. Eine weiße Tischplatte ist bei mir ein Muss – schnelle Work-in-Progress-Fotos sehen mit weißem Untergrund halt ästhetischer aus. Deshalb hat sich schon lange bei mir der Schreibtischklassiker schlechthin in meine Wunschliste eingebrannt: Egon Eiermanns Tischgestell 1 klingt nicht nur sachlich-funktional, er ist es auch. Und seitdem ich bei Dr. Walter Scheiffele zu Besuch war, dort seinen Eiermann als Esstisch umfunktioniert vorfand, schätze ich diesen Klassiker noch mehr für seine Flexibilität.

 Setz dich Die Mehrheit hat den Dreh-Bürostuhl für sich entdeckt. Ich hingegen weigere mich strikt gegen Rollen an der Beinkonstruktion. Meine Sitzgelegenheit am Arbeitsplatz muss bequem und standhaft zugleich sein. Stefan Diez‘ 404 mag ich wegen seiner unkonventionell-ästhetischen Frische sehr. In Thomas Benzens Entwurf COVER fand ich jedoch einen Formverwandten, der noch eleganter daher kommt und Dank Textilcover und Armlehnen zugleich mehr Komfort verspricht.

 In Reichweite  Nichts ist zeitaufwendiger und nervenzerreibender als ganz dringend spezielle Materialien oder Werkzeuge zu suchen. Griffbereit heißt der Idealzustand. Seit dem Artikel über Lochplatten im Houzz-Magazin, bin ich hin und weg von dem Umzug des Handwerker-Items in das Arbeitszimmer! Am besten eine Variante,  die durch anklemmbare Werkzeughalter und Ablagen ergänz werden kann. Statt Hammer und Schraubenzieher stecken bei mir dann Cutter, Zangen, Stricknadeln & Co.

 Ticktack Gerade in kreativen Prozessen verliert man sich gerne mal im Tüfteln und Tun. Dann schreibt man unbemerkt 1,5 Stunden an einem Text, für den ursprünglich nur 30 min eingeplant waren. Oder mein Perfektionismus treibt Photoshop- und InDesign-Aufgaben bis ins Unendliche. Um mich nicht in Unnützem zu verlieren und einfach effizient zu bleiben, habe ich mir im letzten Jahr den regelmäßigen Blick auf die Uhr antrainiert. Wenn man noch im Zeitfenster liegt, ist es umso schöner, dass von einer Uhr wie PICTO von den Designern Steen Georg Christensen und Erling Andersen gesagt zu bekommen. So funky cool wie ihr Äußeres kann es mit dieser Botschaft beim Arbeiten weitergehen.

 Müllschlucker  Nicht jede Idee ist es wert, umgesetzt zu werden. Das Verwerfen im Kopf geht bei mir Hand in Hand mit dem physischen Ausmisten. Jedes zerknüllte Blatt, jeder Wurf in den Papierkorb – eine kleine Befreiung und Startschuss für bessere Ideen. Konventionelle Papierkörbe aus Draht oder Plastik sind nichts für meinen Materialästhetik-Splin, den mir der Textil- und Oberflächen-Bachelor eingeflöst hat. Die Ordnungstüten aus einem Zellulose-Silikon-Gemisch von MAGAZIN sind im Gegensatz dazu haptisches Balsam. Schließlich krönt der Gedanke „Papier gehört zu Papier“ den Fakt, dass sich die Ordnungstüten bei 30°C waschen lassen. Für den Fall, dass die Wasserfarben auf dem Papier doch noch nicht richtig trocken waren …

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Hab ich eurer Meinung nach etwas Essentielles vergessen, das das Arbeitsleben umso einfacher macht? Oder habt ihr noch bessere Tische, Stühle und Ordnungshüter im Kopf?

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UNTERWEGS

Berlin: Haferkater

Wer sich noch an das Grød in meinen Kopenhagen-Tipps erinnert oder ab und an bei mir auf Instagram vorbeischaut weiß, dass ich ein absoluter Porridge-Liebhaber bin. Was im Deutschen recht unappetitlich klingt (ich schreib es extra kleiner: Haferbrei oder auch Haferschleim), landet bei mir Morgen für Morgen auf dem Frühstückstisch. Viele verbinden damit einen wässrigen Brei; ich kenne Porridge aber in erster Linie cremig und  unendlich vielfältig im Geschmack – Dank Mehrkorn-Flocken, Sojamilch und Toppings von Obst, Sojajoghurt, Spreads, Nüssen bis Samen. Genau deshalb ist es bereits so lange mein Jeden-Morgen-Frühstück, dass ich mich nicht einmal mehr an den ersten Tag der Porridge-Reihe erinenrn kann.

Kein Wunder, dass es für uns kein Halten gab, als der F-Mann über den Galileo-Beitrag vom Haferkater erfahren hat. Porridge, der nur mit Wasser zubereitet und dennoch überaus cremig sein sollte, mussten wir probieren.

In der Tat! Die Kater, so nennt Inhaber Leandro Burguete seine Porridgeportionen, haben eine sehr cremig-breiige Konsistenz und im Vergleich zur Milchvariante eine stark ausgeprägte Textur. Ein Geheimnis um die Rezeptur macht Burguete aber nicht. Denn Porridge auf Wasserbasis ist in Schottland seit jeher ein „Armermannfrühstück“ und besteht eben nur aus zwei Zutaten: Haferflocken und Wasser. Den überraschend cremigen Charakter erzielt Burguete, indem er den Hafer in einer Mühle zu weichen Flocken stampft und ihn dann anröstet, bevor das Ganze aufgekocht wird.

Eine wahre Kraftquelle wird der Porrdige durch Toppings wie die exotische Mischung aus Cranberries, Maul- und Gojibeeren mit Waldhonig, dem Nussmix mit Ahornsirup, Obstsalat oder Schokoladenabrieb.  Zwar sorgen die zahlreichen Ballaststofffe im Porridge für ein lang anhaltendes Sättigunggefühl. Die kleinere Portion Kater als einziges Morgenmahl reicht dafür trotzdem nicht aus. Für den durchschnittlichen Esser ist es eher als Porridge to go-Variante anzusehen. Wer also ein ausgiebiges Frühstück im Haferkater plant, sollte besser zur größeren Portion greifen oder sogar zwei davon bestellen. Außerdem ist noch eines unbedingt zu beachten: der Wetterbericht! Gemütlich eins zwei Stündchen sitzen, kann man dort nämlich nur am statt im Haferkater. Oder mit anderen Worten Orten: Outdoor heißt das Motto! Und das lässt sich mit einer guten Portion Sonnenschein im Gesicht dann doch am besten ausleben.

Haferkater
Boxhagener Str. 76-78
10245 Berlin

Mo – Fr 8:00 – 18:00 Uhr
Sa – So 9:00 – 18:00 Uhr

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INTERIOR & DESIGN

Zum Rumkullern schön: Filzkugelteppiche

Bisher tauchten vor meinem inneren Auge Bilder von Hippis mit Dreadlocks oder Kinderbasteln auf, wenn ich an Filz dachte. Farbenfroh, naturverbunden und verfusselt. Unter diese Assoziation mischt sich die Erinnerung an meinen eigenen Filzversuch – der erste und letzte zugleich. Denn das Geduldsspiel aus nicht endendem Einstechen mit einer Filznadel in ein kleines Wollbündel war einfach kein Handwerk für jemanden Ergebnisorientierten wie mich. Umso sprachloser war ich, als ich zum ersten Mal einen ganzen Teppich aus Filzkugeln sah. Kugel an Kugel: Was für eine beeindruckende Handarbeit! Was für eine geordnet rhythmische Struktur! Da zieh ich den Textildesigner-Hut.

Die Herstellung eines Filzkugelteppichs ist Handwerk- und Kunstwerk zugleich. Echte Schurwolle wird gekämmt und eingefärbt. Die Kammzüge, so nennt man die losen Wollstränge, werden portioniert und zu kleinen Kugeln durch Nassfilzen verdichtet. Schließlich werden bis zu 5000 dieser kleinen Kullern wie Perlen zu einem Teppich aufgefädelt. Klar, dass so aufwendige Produktionen in Billiglohnländer verlagert werden. Doch entgegen den gewohnten Berichten kann die Arbeit dort auch fair ablaufen. FilzKugelTeppiche ist da ein Paradebeispiel: Deren Filzschönheiten werden in Nepal produziert, doch die Mitarbeiter überdurchschnittlich entlohnt und ihnen ermöglich, auch von zu Hause zu arbeiten. Homeworkshop quasi.

 

Die wortwörtlich geballte Ladung innerer Schönheit strahlt natürlich nach Außen. Wie in einer Bienenwabe schmiegt sich Kugel an Kugel und ergibt eine atemberaubende Struktur. Die kann sich nicht nur sehen lassen, sondern auch erspüren. Es fühlt sich wie eine sanfte Massage an, wenn man auf den Filzkugeln steht. Für dieses haptische Erlebnis, mache ich ab und an Umwege durch die Wohnung, um nur ein weiteres Mal darüber laufen zu können.  Ihr merkt: Ich bin verliebt in meinen runden Filzteppich in Dunkelgrau. Und selbst unsere Gäste zieht der textile Kreis mit Optik und Haptik in seinen Bann.

Immer noch SOS
Die Erdbeben im Himalaya von April und Mai diesen Jahres sind bei uns längst vergessen. Die Menschen dort, darunter auch Frauen und Männer, die diese Filzkugelteppiche herstellen, kämpfen aber immer noch mit dem tragischen Verlust von Familienangehörigen und die große Verwüstung; die ehe schon müheseligen Wiederaufbauarbeiten werden von Monsunregen erschwären. FilzKugelTeppiche hilft seinen nepalesischen Mitarbeitern  ihr Leben mit finanziellen Mitteln – wie es eben aus der Ferne am besten geht – neu aufzubauen. Wer das ebenso gut findet, kann die Bemühungen direkt über eine Paypal-Spende (an payments@feltballrug.com) oder über das Rote Kreuz unterstützen.

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Dieser Post ist eine Kooperation aus Überzeugung.

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