Design, Stil, Wohnen

Der kuratierte Bessergeschmack

Mit der Freundin hatte ich letztes Wochenende eine guided tour in der Boros Collection gebucht. Für mich war es zunächst ein genaueres Anschauen der Werke, bei deren Ausstellungsaufbau ich vor zwei Jahren selbst mit Hand angelegt hatte. Mit dem kleinen Abstecher danach ins smart deli, wurde der Ausstellungsbesuch dann zum Anlass über das kuratierte Wesen unserer Lebensstile zu philosophieren. Wir sind nämlich beide handfeste “Besserbürger” wie sie Matthias Stolz in seinem ZEITmagazin-Artikel beschreibt. 

Denn: Ich geh in eine private Kunstsammlung, mit ausgewählten Gegenwartskünstlern, deren Arbeiten ich schon vorher kannte. Ihre Arbeiten entsprechen meinem Geschmack und meiner Kunstauffassung, die Ausstellungsräumlichkeiten natürlich inbegriffen. Ich habe einen Schreibtisch, auf dem alle Dinge so exakt positioniert sind, dass es scheint, als würde ich nie darauf arbeiten. Ich kaufe eine Handcreme, die eigentlich nicht meinem Budget entspricht. Aber weil ich woanders gerne verzichte, leiste ich mir meine hohe Ansprüche an den Dingen, die mich umgeben, geschweige denn meine Haut berühren.

“Das Milieu, in dem ich lebe, kauft nicht mehr nur ein, es wählt aus. Man kuratiert seinen Besitzstand.” Ich fühlte mich mit jeder Zeile, die ich von Stolz’ Artikel las, neu ertappt. Spätestens bei dem Absatz über die Kaiser Idell, die auch mein kleine Ausstellung an Besitztümern ins rechte Licht rückt und mich damit als (ein)gebildeter Besserbürger outet. Mein geliebtes Berlin, das hast du also aus mir gemacht. High-Quality-Coffee-Nerd, Designfanatiker, Bikini-Haus- und Nur-Biomarkt-Shopper. Kurz Besserbürger. Ich dank’s dir trotzdem. Es fühlt sich irgendwie gut an, erst Recht mit Aēsop auf den Händen.

Als Gegenmittel verabreiche ich mir nun ein Wochenende in Halle, wo das Besserbürgertum erst zu wachsen beginnt. Mir dafür ein bisschen mehr Niveauflexibilität und euch einfach nur ein

HAPPY WEEKEND!
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Wohnen

Zuhouzze

2009 wollten das Ehepaar Adi Tatarko und Alon Cohen ihr frisch erworbenes Haus in Kalifornien USA zu renovieren. Dabei erlebten sie den Frust, den auch meine Eltern noch von ihrem Hausbau kennen: in dem Berg teuer bezahlten Wohn- und Einrichtungszeitschriften gab es eine Menge schön gestalteter Wohnungen und Räume, aber vielleicht nur eine Hand voll Bilder davon boten passende Inspiration für die eigenen Interior Styling-Vorhaben. Frustrierend so eine Geld- und Zeitverschwendung. Damals. Denn heute haben wir ein HOME-Board mit tausenden wunderschönen Bildern bei pinterest. Oder noch besser: Houzzdie online-Plattform von Gründerpaar Adi und Alon, die Inspiration rund um Haus und Garten gekonnt mit Fachwissen, direkten Kontakten zu Experten und Designshops verbindet.

Was 2009 als kleines Projekt vor Ort in Palo Alta startete und sich über Nachbarn, Freunde und Familie per Mundpropaganda verbreitete, ist heute mit über 4 Millionen hochauflösenden Fotos die größte Bilddatenbank für Interior und Landscape Design geworden. Hinten dran eine rege Community von 25 Millionen Nutzern im Monat. Lokal gestartet, ist diese heute auf den gesamten Globus verteilt. Auch wenn Bilder eine Sprache sprechen, die man überall auf der Welt versteht, wuchs der Wunsch nach mehr Lokalität unter den Houzz-Nutzern. Weil es einfach mehr gibt als Wohnen im American Style, großen Häusern und riesigen Gärten. Weil uns Deutschen oftmals nur wenige Quadratmeter zum Einrichten zur Verfügung stehen, der Balkon unsere Miniausgabe des amerikanischen Gartenimperiums ist und wir einfach gerne ökologisch und nachhaltig houzzen. Genau deshalb gibt es seit Mittwoch offiziell Houzz Deutschland und damit eine Version der amerikanischen Erfolgsapp, die nicht nur auf Deutsch ist, sondern auch Inspiration mit lokalen Trends bietet und ihre User mit Experten und Shops vor Ort verbindet.

Gelaunched wurde das ganze in den sagenhaften GORKI APARTMENTS am Rosenthaler Platz, die man by the way von einer Nacht oder wenn man mag auch ein halben Leben lang mieten kann. Ich durfte mit dabei sein, das Penthouse unterm Dach inspizieren und dabei die frisch gebackene deutsche Houzz-App testen. Nebenbei: Gründerin Adi Tatarko ausfragen. Bloggerfreundin Anne  wiedersehen. Neue Blogger wie Jules mit ihrem beglückenden Herz&Blut-Blog kennenlernen.

Was bringt mir Houzz, wenn ich doch bereits pinne und bei solebich angemeldet bin? Das war meine große Frage, die sich nach 5 Minuten Stöbern in der Houzz-App wie in Luft aufgelöst hat. Denn die deutsche App-Version ist nicht nur große Photothek, die den “deutschen” Geschmack beim Einrichten und Renovieren anspricht. Sie ist zugleich connector zu Experten, Produkt-Shops und anderen Einrichtungsliebhabern als auch Magazin mit Portraits, DIYs und Fachwissen. 

Das erste, was mich bei Houzz überzeugt hat, war das Einbetten von grünen Tags an die Möbel, Tapeten und Co. in den Bildern. Mit einem Klick darauf  bekomme ich alle Informationen zum getaggten Produkt angezeigt und kann direkt zum verlinkten online-Shop weitergehen. Wo ich bisher hoffen musste, dass der Stuhl, den ich in einem Foto so toll finde, vom Blogger im Text dazu erwähnt oder gar verlinkt wird, weiß ich bei Houzz mit einem Blick und Klick Bescheid. Genauso praktisch scheint mir die Unterteilung in der Bildsuche sowohl nach Kategorien (Bad, Schlafzimmer,…) als auch Stil. Damit hat das ewige überscrollen von unrelevanten Bildern bei pinterest ein Ende! Und darüber hinaus hilft Houzz, Experten von A wie Architekt bis Z wie Zaunspezialist in meiner Umgebung zu finden und aufgrund von Rezensionen gut einschätzen zu können, ob diese meine Wünsche und meinen eigenen Stil umsetzten können.  

Ich lese mich seit dem Deutschland-Start letzte Woche begierig durch das Houzz-Magazin. Wie großartig 25qm unter einem Berliner Dach werden können! staune ich und lass mich danach in erste Gedanken an die Vorweihnachtszeit schubsen.

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Das Bild mit der Houzz-App fürs iPad stammt von © Houzz , bei denen ebenfalls die Bildrechte liegen. Alles andere wie immer von mir.

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Design, Wohnen

Hingesetzt und aufgepasst

Neue Stadt. Neue Wohnung. Ein neues Zuhause ist es längst nicht geworden. Grund dafür ist wahrscheinlich meine Einrichtungssituation. Die ist – ich sag mal – essentiell-minimalistisch. Im Grunde tut dieser Freiraum gerade gut. Dennoch denke ich gerne an die hyggeligkeit rund ums Sofa in meiner Berliner Wohnung zurück. Das Wohnzimmer mit seinem gepolstertem Möbel ist für mich nämlich das Herzstück von Wohnen. Geselligkeit. Gemütlichkeit. Entspannen. Zuhausesein! Genau das bedeutet für mich ein Wohnzimmer und genau diese Eigenschaften gilt es als Designer einem Sofa einzuhauchen. Nebst Qualität und gutem Aussehen natürlich! Dass es leider nur wenige Sofas gibt, die das geschafft haben und dazu noch bezahlbar sind, weiß jeder, der schon einmal auf Suche danach gegangen ist.

Als ich vor zwei Jahren selbst Suchende war, habe ich bei einer Freundin ein Sofa entdeckt, das mich vom ersten Anblick an mit seinen Proportionen und dem Bezugstoff beeindruckt hat – TOM von sitzfeldt. Was ich dort sah, ist auch das, womit sich das junge Berliner Unternegmen rühmen kann – nämlich gutes Design in bester Qualität und das zu einem unschlagbaren Preis. Dafür haben sich die Gründer Anna und Clemens Deyerling und Julius Martini mit Sebastian Herkner und Steffen Kehrle renommierte Designer zur Seite genommen, die es verstehen Designersofas mit Charakter zu gestalten. Für die hohe Qualität in der Umsetzung derer Entwürfe sorgt dann eine verantwortungsbewusste Produktion in Europa. Dass sitzfeldt all das noch zu einem moderaten Preis anbietet, liegt an der kundenorientierten Geschäftsidee, Sofas on demand zu produzieren. Über online-Vertrieb wird das sitzfeldt-Stück direkt zum Kunden gebracht – ohne unnötige Kosten für Zwischenhändler, Lager- und Verkaufsflächen. 

Wie die drei Betriebswirtschaftler zum Sitzmöbel gekommen sind, war eine von unzähligen Fragen, die mir Geschäftsführerin Anna Deyerling bei meinem zweistündigen Showroombesuch beantwortet hat. Die Antwort darauf fällt mit dem Apfel nicht weit vom Stamm: durch ihren Vaters, der  in der Position des Zwischenhändlers gearbeitet hat, hatten die Gründergeschwister schon früh Einblicke in das Geschäft mit Möbeln. Von den langjährigen Kontakte ihres Vaters profitiert sitzfeldt. Viele sind Zulieferer und Partner des Unternehmens, teilen die hohen Qualitätsansprüche der sitzfeldter und produzieren alle in Europa. Darin zeigt sich, welchen hohen Stellenwert Nachhaltigkeit bei sitzfeldt einnimmt.

Besonders zeigt sich das Nachhaltigkeitsbewusstsein in der Wahl der sitzfeldt-Stoffe. So stammen die Lederbezüge von der deutschen Firma Heller, die seit 1920 in vierter Generaton exklusives Leder gerbt und das so umweltbewusst, dass sie als einzige Gerberei weltweit mit dem Blauen Engel ausgezeichnet ist. Schließlich gab es 2013 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für so viel Engagement für eine umweltbewusste Produktion.

Als Produktdesigner mit den Schwerpunkten Textil und Keramik sind die Bezugsmaterialien ein Bereich, den ich gern genauer unter die Lupe nehme. Für mich muss deren Gewebe optisch aus engster Nähe genauso wie aus der Ferne imponieren und darüber hinaus auch haptisch überzeugen. Diesen hohen Anspruch an Textilien teilen die sitzfelder mit mir. Sie achten auf möglichst hohen Anteil von Naturfassern und beziehen ihre Gewebe von einem italienischen Familienbetrieb. Dass sitzfeldt nicht wie alle anderen führenden Möbelproduzenten vom dänischen Trendproduzenten kvadrat bezieht, hat zwei Gründe, die mir Anna verraten hat.  Zum einen haben sie sich die Webereien in Italien angeschaut und waren von Produktion wie Qualität der Stoffe überzeugt. Doch viel mehr wollen die drei Gründer auch durch ihre Stoffwahl sich von anderen Sofas abheben. Einfach sitzfeldt sein. Einfach rundum gute Sofa machen.

Doch wenn man mich fragt, macht sitzfeldt nicht nur gute Sofas. Auch das Drumherum ums Sitzmöbel liegt den sitzfeldtern genauso sehr am Herzen. Darum hat sitzfeldt auch Kissen, Decken aus feinem Merino-Kaschmir-Mix im Heribone-Muster und den stylischen Beistelltisch Game gestaltet. Die zeitgenössische, klare Formensprache des Kehrle-Entwurfs hat mich sofort angesprochen. Seitdem träume ich von Game in meiner Wohnung genauso sehr wie selbst einmal Ideen zu sitzfeldt beizutragen…

Was soll ich noch mehr sagen? Rüberklicken oder am besten Probesitzen in einem der zwei Showrooms von sitzfeldt:

Showroom Berlin
Engeldamm 60
10179 Berlin

Showroom Köln
Im Zollhafen 14
50678 Köln

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Und der Transparenz wegen: Dieser Post ist weder gesponsert, noch aus irgendeiner Kooperation entwachsen. Er entspringt reiner Überzeugung von Design und Qualität der sitzfeldt-Sofas, meiner Sympathie mit der Unternehmensphilosophie und einem spannenden Gespräch mit Gründerin Anna Deyerling. 

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Alle Tage wieder

Ein Leben lang

Als ich letztlich im Suicide Sue durch die Dummy-Ausgabe vom Sommer 2014 blätterte, bin ich bei der Fotostrecke von Sibille Fendt hängen geblieben. Oder was es treffender beschreibt: Erstarrt! Die Dokumentarfotografien ließen mein Herz kurz aussetzen, als ich die Geschichte hinter der ästhetischen Anmutung erfuhr.

Fendts Motive sind nämlich das Ehepaar Lothar und Elke Gärtner. Ihr Leben lang zusammen, diagnostizierte man 2006 Demenz bei Elke. Obwohl sie ihren Mann nicht mehr erkennt, vergessen hat, welche Rolle er in ihrem Leben gespielt, welche Gefühle und Momente die beiden verbunden hat; beschloss Lothar seine Frau bis an ihr Lebensende zu pflegen. Vor der Krankheit sind beide ihr Leben lang mit dem Wohnwagen durch Europa gereist. Im Sommer 2008 wagte Lothar eine letzte große Tour mit seiner Frau.
Fendt dokumentierte sie auf dieser Reise durch Polen, Lithauen, Lettland und Estland bis nach St. Petersburg. Ihre Fotos halten die Orte aber nur unterschwellig fest. Vielmehr sind sie Zeuge der besonderen Beziehung der beiden zueinander.

Für mich sind die Fotografien Beweismaterial. Dokumente, dass es sie tatsächlich gibt: Die Liebe, die einen Leben lang hält, und an der man festhält, selbst wenn man am liebsten loslassen würde.

Theresa Bäuerlein ist eine der Suchenden: “Was sich bei mir nicht änderte, war die Sehnsucht, jemand zu finden, mit dem ich mein ganzes Leben verbringen wollte. Ob es an dem Vorbild meiner Eltern lag, den Filmen oder Büchern, die ich konsumiere, oder an einem gesellschaftlichen Anspruch, der zu mir durchsickerte: Bereits als Kind wusste ich, dass eine lebenslange Liebe eines der größten Werke war, die ein Mensch zustande bringen kann.” Diese Sätze hatte ich im Feburar 2010 irgendwo abgeschrieben, weil ich mich darin wieder gefunden hab.

Dass es ein Werk sein muss, vermute ich wenn ich nach links und rechts schaue: Auf der einen Seite die befreundeten Paare, die sehr jung geheiratet haben – der erster Freund war dann der Ehepartner – und dem Gegenüber unzählige Freunde mit geschiedenen Eltern und auch solche, deren eigene Ehe gescheitert ist oder die nun in der zehnten Beziehung stecken. Zwischen den beiden Kontrasten schwirren wohl bei allen Menschen Fragen. Viele. Die prägnanteste davon: Wie erreicht man dieses Beziehungswunder? Denn wir wissen, dass du bist. Dass du existierst, lebenslange Liebe.

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Weitere Eindrücke von “Gärtners Reise” hier. Oder so mit Blättern statt Klicken.

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Alle Tage wieder

Rückschau

Im mutigen Abenteuer angekommen, umgeben mich nun wieder Gipswerkstatt, Glasurlabor und Brennöfen. Nur eben alles vierfach so gut ausgestattet! Dennoch denke ich gerne an die kleine Keramikwerkstatt in Weißensee zurück. Gerade wenn der Ofen noch abkühlte, war es so gemütlich warm dort drinnen. Die Erinnerung ist ein guter Anlass, um auf mein Abschlussprojekt zurück zu blicken. Und endlich davon zu zeigen!

Ausgangspunkt des Projektes waren meine Beobachtungen, wie Kaffee und Kuchen am Sonntag aktuell stattfindet. Auffällig war dabei der Einzug der Buffetkultur. Sie löste die strikte Ordnung von Geschirr und Schlemmereien auf der klassischen Kaffeetafel auf. Heute stehen meist nur noch Kaffee und Gebackenes auf dem Tisch – nebst Stapel an Tassen, Tellern und Besteck, an denen die Gäste sich selbst bedienen. Gegessen wird deshalb meist im Stehen oder im Sitzen auf der Couch.

Das OFF THE TABLE Set aus Teller, Unterteller, Tasse und Kuchengabel passt sich diesen veränderten Gewohnheiten an. Der Porzellanteller fasst bequem ein großes Stück Kuchen und Tasse zugleich. Aufgrund des voluminösen Bodens des Untertellers aus Ahorn lässt sich das Set problemlos in verschiedenen Positionen in einer Hand halten oder kann auf dem Schoß beim Sitzen abgestellt werden. Der Teller wird also zum neuen Tisch. Kuchengabel und Kaffeetasse sind dabei so konzipiert, dass sie kleinere Postionen bedingen und auf diese Weise auch bewusstes Genießen. Ist man mit dem Kaffee und Kuchen fertig, lässt sich der Porzellanteller abnehmen und der Ahornteller für einen leichten nachfolgenden Gang nutzen – Baguette, Käse und Trauben eignen sich dafür perfekt.

Hier ein kleiner Einblick in das Making-Of der Porzellanteile: 

Einen vollständigen Einblick in die Entwicklung meiner Arbeit gibt’s in der digitalen Version des OFF THE TABLE Buches – von der Ausgangsidee, über Entwurfsprozess und Umsetzung bis hin zu den finalen Fotos.  Allerdings auf Englisch.

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Alle Tage wieder

Im Lebenslauf

Pause. Hier. Den letzten Monat über. Denn bisher geschah einiges. Leben war im Lauf. Nicht nur haben sich meine Lebensjahre um eines vermehrt. Auch mein Lebenslauf ist länger geworden: Ich bin nun ganz offiziell und beurkundet Bachelor of Arts – Textil / Flächendesign. Wenn auf dem letzten Metern noch Herzkasper-Drama mit Happy End geworden…

Wie es weiter geht? Die Weichen dazu wurden bereits vor einem halben Jahr gelegt, als ich mich für den Master in Produktdesign mit Schwerpunkt Glas-Keramik-Porzellan an der Burg Giebichtenstein bewarb. Mein Pokern ging auf, ich wurde angenommen. Und entschied mich Mut zu haben. Mut, Berlin unter der Woche zu verlassen, um meinen beruflichen Träumen Schritt für Schritt entgegen zu stolpern und laufen. Zwei Jahre pendeln zu wollen, um Freund, Freunde und Berlinfreude kein Stück loslassen zu müssen. Getragen hat mich bei der Entscheidung - die auch bei dem ein oder anderen Naserümpfen entgegenbrachte – der Post von meinmorgenstern.

[...] don’t waste [your time] living someone else’s life [...] have the courage to follow your heart and intuition. They somehow already know what you truely want to become.

Dem Herzen folgen. Mutig sein, ungewohnte Wege gehen. Dem Träumen wegen. Auf dass sie werden und dann einmal sind. All das vergisst unsere Karusell-Gesellschaft zu oft in ihrer immer schneller werdenden Umdrehung um sich selbst … U-Turn bitte – zurück ins wahrhaftige Leben!

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Ausgeflogen, Design

Das Beste zum Schluss

Vielleicht ist euch das tannengrüne Poster mit dem versteckten großen D darauf in Erinnerung geblieben, als mich MiMa damals gebeten hat ein paar Fotos aus meiner Wohnung zu zeigen. Das D von PLAYTYPE war Liebe auf den ersten Blick – ästhetisch-minimalistische Typo und Farbgespür haben mich sofort gecatcht. Da lässt sich gut ausmalen in welchem Wall an Hochgefühlen ich den Store in CPH betreten habe! 

Den kleinen Laden hatte ich am letzten Tag des Kurztrips zufällig auf dem Weg zum Bäcker entdeckt. Ich wusste zwar, dass PLAYTYPE dort sitzt, war aber dennoch überrascht den unscheinbaren Store erkannt zu haben. Wahrscheinlich weil das Corporate Identity gut gewahrt ist: Drinnen sieht es aus wie auf der Homepage selbst – sehr weiß, sehr grafisch, eine Menge Buchstaben. Zu schön.
Auf den non-virtuellen Ladenregalen findet sich jedenfalls neben einer Auswahl aktueller Poster und Prints auch Mode, RAINS-Regencapes im PLAYTYPE-Style, Laptopcases, Papiere, Notizbücher und Becher, die an die Letter Cups von Arne Jacobsen erinnern.  Auch wenn es eindeutige Unterschiede zwischen der Jacobsen- und der PLAYTYPE-Variante gibt (Stapelkante und langgestreckte Typo bei ersterem, Kantenrundung und breitere Typo bei letzerem), selbst das Packaging weist eindeutige Parallelen auf. Das muss wohl der unveränderliche Spirit der Stadt sein …

Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin oder her, ein Stop in dem kleinen Store lohnt sich. Und alle die es in nächster Zeit nicht nach CPH schaffen, können hier schon einmal den virtuellen Concept Store betreten.

Playtype™ Concept Store
Værnedamsvej 6
1619 Copenhagen V
Dänemark 

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